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Im Visier: Wie Pressefreiheit unter Druck gerät

13:50
25.06.2025
Im #LRFT25-Panel „Pressefreiheiten in Zeiten des Rechtsrucks“ diskutierten Klemens Köhler (Between the Lines e.V.) und Andreas Lamm (European Center for Press and Media Freedom) unter der Moderation von Sanne Kurz (Bündnis 90/Die Grünen) über den Zustand der Pressefreiheit in Deutschland – und wie Schutz und Resilienz gestärkt werden können.

Sanne Kurz, selbst Filmemacherin, eröffnete mit einem eindrücklichen globalen Blick: „Jeder zweite Mensch lebt in einem Land ohne Pressefreiheit“, warnte sie. 160 von 180 Ländern hätten keine unabhängige Presse – Grund genug, die Lage in Deutschland genauer zu beleuchten.

Einen praktischen Einblick bot Klemens Köhler vom Verein Between the Lines, der sich als Schutzorganisation für Journalist:innen versteht. „Man muss, um von uns geschützt zu werden, freier Journalist sein. Wir glauben, dass die Redaktionen für den Schutz ihrer Redakteur:innen verantwortlich sind“, sagte er. Seine Organisation wird häufig für Begleitungen bei Demonstrationen oder Sportereignissen angefragt – besonderen Schutz brächten zum Beispiel Frauen, queere Menschen oder Medienschaffenden, die gezielt bedroht werden. Köhler betonte: „Beim Rechtsextremismus beobachten wir, dass eine breite Masse an Menschen generell pressefeindlich ist. Beim Linksextremismus sind es wenige Einzelne, die vor allem dann Probleme machen, wenn über ihre Straftaten berichtet wird.“

Andreas Lamm vom ECPMF sieht eine bedrohliche Entwicklung: „Der Ton hat sich verändert. Immer mehr Politiker:innen greifen Redaktionen und Medienschaffende an, wenn die Berichterstattung nicht ihren Vorstellungen entspricht.“ Besonders im Lokalen sei die Lage kritisch: „Hier sind Journalist:innen bekannt, sie können sich nicht in der Anonymität der Großstadt verstecken.“ Die Aussage, Lokalredaktionen im Fall einer Machtübernahme „auszureinigen“, sei eine reale Drohung, die man in Wahlkämpfen mehrfach gehört habe.

Das Publikum brachte sich mit Fragen aktiv ein: Was tun, wenn man auf der Straße angegriffen wird? Die Empfehlungen von Klemens Köhler lauteten:
  • sich nicht vereinzeln, sondern nach Gemeinschaft suchen
  • den Konflikt wenn möglich verbal zu deeskalieren oder alternativ nach Hilfe suchen
  • klarmachen, dass man selbst nur seinen Job macht
  • sich in Erinnerung zu rufen: „Man muss nicht fair sein, sondern sagen, was hilft – egal ob es in dem Moment der Wahrheit entspricht oder nicht.“

Florentina Czerny

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