Zwischen Chancen, Verantwortung und Menschlichkeit: Beim gut besuchten Panel der CSU-Medienkommission mit dem Titel „Medienzukunft gemeinschaft gestalten“ wurde bei den #LRFT25 intensiv über Chancen und Herausforderungen von KI im Journalismus diskutiert – mit Blick aus Politik, Medien und Wissenschaft. Moderatorin Michaela Lochner leitete die Runde mit einer kreativen Einstiegsfrage ein: „Welche Eigenschaften müsste eine KI mitbringen, um eine Panel-Moderation im Jahr 2030 zu übernehmen?“
Die Antworten offenbarten sofort die Bandbreite der Perspektiven: Dr. Bernhard Hock (Presse-Druck und Verlags-GmbH) betonte, dass „KI ganz viel nicht kann, zum Beispiel Humor“, während Medienminister Dr. Florian Herrmann konterte: „Ich habe mir vor Kurzem von ChatGPT eine Rede schreiben lassen und die war echt witzig!“
Die Diskussion spannte sich vom Potenzial automatisierter Datenanalysen bis hin zu den gesellschaftlichen Folgen der Technologie. Dr. Thorsten Schmiege (BLM) äußerte klare Bedenken gegenüber KI, die Menschlichkeit nur vorspiele: „Entweder ein Mensch macht die Moderation und macht sie menschlich, oder eine KI macht sie.“ Michael Oschmann von Müller Medien sah hingegen in der KI vor allem ökonomische Perspektiven: „Ich glaube, dass wir als Menschen eine neue Knappheit sein werden.“
In der Frage, wie KI den Journalismus bereits verändert, verwies Dr. Hock auf konkrete Anwendungen wie automatisiertes Korrekturlesen. KI-Experte Prof. Dr. Dr. Fabian Theis, der auf zwei Jahrzehnte KI-Erfahrung zurückblickt, ergänzte: „KI kann große Datenmengen automatisiert verarbeiten – das wird Journalismus verändern.“
Die Risiken wurden keinesfalls ausgeklammert: Dr. Schmiege forderte, trotz Unwägbarkeiten nicht auf der Bremse zu stehen: „Wir haben keine Zeit, jedes Risiko abzuwägen, bevor wir KI einsetzen.“ Und Oschmann ergänzte: „Wir müssen uns fragen: Wie können wir die Probleme, die uns KI beschert, unternehmerisch lösen?“
Einigkeit herrschte darüber, dass klare Rahmenbedingungen und Verantwortung notwendig sind. Dr. Herrmann erklärte: „Wie Menschen darf auch KI ab und zu Fehler machen. Wichtig ist, zu kennzeichnen, welche Inhalte von KI stammen.“ Für Prof. Theis ist Transparenz bei Trainingsdaten essenziell: „Die Verantwortung liegt abschließend immer beim Menschen, niemals bei der KI.“
Auch das Vertrauen in Medien war Thema. Dr. Hock formulierte deutlich: „Das Wertvollste, das wir haben, sind unsere Marken – sie müssen Glaubwürdigkeit ausstrahlen.“ Dr. Schmiege ergänzte, dass gerade jene, die KI missbrauchen, „ihre Inhalte nicht kennzeichnen werden“ – ein regulatorisches Dilemma. Dr. Herrmann betonte den Schutz geistigen Eigentums: „Ich bin fest davon überzeugt, dass das Urheberrecht geschützt werden muss.“
Am Ende des Panels formulierten die Teilnehmer ihre Wünsche für die Zukunft des Journalismus. Prof. Theis wünscht sich, dass Journalist:innen mit Hilfe von KI nicht nur schneller, sondern tiefgründiger arbeiten können. Dr. Hock forderte, „KI als Chance und nicht nur als Belastung“ zu sehen. Und Michael Oschmann schloss: „KI sollte uns ertüchtigen, nicht behindern.“