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Ermittler: Kein politisches Motiv, Tatverdächtiger psychisch krank

15:11
05.03.2025
Nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen gibt es weiterhin keine Anhaltspunkte dafür, dass der konkreten Tat ein extremistisches oder politisches Motiv zugrunde lag. Es sei davon auszugehen, dass bei dem Tatverdächtigen seit vielen Jahren eine psychische Erkrankung vorliegt. Das haben Staatsanwaltschaft Mannheim und des Landeskriminalamts Baden-Württemberg am Mittwochnachmittag mitgeteilt. Es gebe  umfangreiche ärztliche Unterlagen und einer Vielzahl von Zeugenaussagen, die eine  psychische Erkrankung belegen. Der mutmaßliche Amokfahrer habe sich in der Vergangenheit regelmäßig in  psychiatrischer Behandlung befunden, zuletzt im vergangenen Jahr auch stationär.
Hinweise auf mögliche Kontakte des 40-jährigen Mannes ins rechtsextreme Milieu im Jahr 2018 sind den Ermittlungsbehörden bekannt und stehen ebenfalls im Fokus der Ermittlungen. Da der Mann wegen eines Kommentars auf einer Social Media Plattform im selben Jahr wegen Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen zu einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen verurteilt wurde, finde dies im Rahmen der Ermittlungen ebenfalls Berücksichtigung. Abfragen bei verschiedenen Nachrichtendiensten hätten allerdings zu keinen extremismusrelevanten Rückmeldungen geführt, so die Ermittler. Auch bei den bisher gesichteten Beweismitteln seien bislang keinerlei Anhaltspunkte für eine extremistische Gesinnung des Tatverdächtigen gefunden worden. Die Auswertung werde fortgeführt. Ein weiterer Schwerpunkt der vom Staatsschutz- und Anti-Terrorismuszentrums Baden-Württemberg geführten Ermittlungen liege in der Recherche von Aktivitäten, Kontakten, Freunden und Bezügen des Tatverdächtigen innerhalb von Social Media und Messenger-Apps.
 

Michael Schmid

Staatsschutz- und Anti-Terrorismuszentrum ermittelt

13:45
05.03.2025
Nachdem am Dienstag ein Artikel auf einer Online-Plattform mögliche Verbindungen zwischen dem mutmaßlichen Täter von Mannheim und der rechtsextremen und Reichsbürger-Szene hergestellt hat, prüfen die ermittelnden Behörden weiterhin die Motive und Hintergründe des Tatverdächtigen.
Das Innenministerium konkretisierte aber auf Nachfrage der RHEINPFALZ am Mittwoch: "Das Landeskriminalamt Baden-Württemberg hat am Tattag die Ermittlungen vom Polizeipräsidium Mannheim übernommen. Die Ermittlerinnen und Ermittler arbeiten auf Hochtouren an der Aufklärung der Ereignisse. Die Ermittlungen wurden von Anfang an unter dem Dach des neu eingerichteten Staatsschutz- und Anti-Terrorismuszentrums Baden-Württemberg (SAT BW) geführt. Dies verdeutlicht: Die Polizei ermittelt in alle Richtungen – so wie es auch am Tattag bekräftigt wurde. Im besonderen Fokus stehen dabei neben der Vor,- Haupt- und Nachtatphase auch die Persönlichkeit des Beschuldigten, dessen Werdegang sowie das Motiv."
Gegen den 40-Jährigen war am Dienstag Haftbefehl wegen Mordes in zwei Fällen, versuchten Mordes in fünf Fällen jeweils in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung und Körperverletzung in elf Fällen erlassen worden. Bislang hat sich der 40-Jährige nicht geäußert, "sodass sein Motiv für die Tat weiterhin unklar ist", hatten LKA und Staatsanwaltschaft am Dienstagabend mitgeteilt. Auch hätten sich aus der Durchsuchung seiner Wohnung in Ludwigshafen keinerlei Hinweise auf die Beweggründe oder ein Motiv ergeben. 

Anna Suckow