"Das war unser erster überzeugender Gesamtauftritt", freute sich Julian Meißner vom TV Hude über ein 9:1 im Derby beim Oldenburger TB III. Endlich, möchte man sagen – nach etwas überraschender Auftaktpleite in der Tischtennis-Verbandsliga gegen die Orcas Oldenburg und einem eher unsouveränen Sieg über Aufsteiger Sebaldsbrück.
"Wir wollten schon gewinnen und hatten uns nach Ansicht der Oldenburger Aufstellung auch etwas ausgerechnet. Von einem 9:1 konnte man aber nicht unbedingt ausgehen", ordnete Meißner ein. Beim OTB fehlte zwar U13-Nationalspieler Kirill Manalaki, immerhin war aber der Ex-Huder Nico Schulz dabei, der auch noch häufig in der Regionalliga-Mannschaft des OTB spielt und zuletzt sogar in der 3. Bundesliga erfolgreich war.
Insgesamt boten aber die Gäste aus Hude fast immer von allem etwas mehr: mehr Unterstützung der Mitspieler von der Bande aus, mehr Coaching der Mannschaftskollegen, mehr Emotionen. Exemplarisch dafür war das letzte Einzel zwischen Hudes Martin Wille und Nico Schulz.
Nach gewonnenem ersten und verlorenem zweiten Satz feuerte sich Wille immer wieder nach gelungenen Bällen lautstark an, zeigte sichtbar Kampfgeist und gewann die nächsten beiden Durchgänge jeweils 11:9. Damit stand der 9:1-Erfolg schon fest.
Favoritensiege und Überraschungen
Das Spiel von Joshua Martin, der am Nebentisch 0:2 gegen den jungen Toni Droppelmann zurücklag, zählte nicht mehr. Den einzigen Gegenpunkt gab es so im Doppel: Martin Wille und Oscar Schoppe unterlagen dem OTB-Doppel eins, Nico Schulz/Daniel Trendelbernd.
Danach lief es für die Huder. Mit Joshua Martins 3:1 über Nico Schulz war schon nicht unbedingt zu rechnen gewesen, noch etwas überraschender war der souveräne Erfolg von Jacob Martin gegen Andre Stang. Der Oldenburger schien zwar nicht in Topform, Martin hatte aber vor allem überraschend wenig Probleme mit Stangs gefürchteten Aufschlägen.
Für erstauntes Kopfschütteln und einige ungläubige Lacher sorgte die Partie zwischen Oscar Schoppe und Tobias Brockhoff. Nachdem Schoppe den ersten Satz deutlich gewonnen und das Spiel dabei vermeintlich im Griff hatte, verlegte sich sein Kontrahent darauf, vor allem die Bälle von der Kurznoppe des Huders mit vollem Risiko mit der Rückhand zu schießen. Das Ergebnis waren spektakuläre, teilweise unmöglich scheinende Bälle. Darauf musste sich auch Schoppe erst mal einstellen, am Ende war er aber doch der Konstantere.
Auch in den nächsten beiden Spielen im unteren Paarkreuz waren die Huder favorisiert und wurden dieser Rolle auch gerecht. Julian Meißner hatte anfangs noch Probleme mit dem ungewöhnlich spinlosen Spiel von Trendelbernd, stellte sein Spiel etwas um und gewann dann ebenso sicher wie Pierre Barghorn gegen Routinier Patric Frers, den der OTB vor dieser Saison vor allem für seine Bezirksliga-Mannschaft reaktiviert hatte.
Und danach konnte Martin Wille dann gegen Schulz schon den überraschend sicheren und schnellen Sieg perfekt machen, mit dem die Huder so langsam in der Verbandsliga angekommen zu sein scheinen.
Oldenburger TB III – TV Hude 1:9
Schulz/Trendelbernd – Wille/Schoppe 11:6, 3:11, 11:7, 11:7; Droppelmann/Brockhoff – Joshua Martin/Jacob Martin 0:11, 11:7, 8:11, 8:11; Stang/Frers – Barghorn/Meißner 3:11, 5:11, 9:11; Schulz – Joshua Martin 5:11, 13:11, 9:11, 8:11; Sroppelmann – Wille 11:8, 4:11, 4:11, 6:11; Stang – Jacob Martin 4:11, 11:9, 7:11, 9:11; Brockhoff – Schoppe 7:11, 11:8, 7:11, 11:7, 6:11; Trendelbernd – Meißner 11:8, 4:11, 4:11, 6:11; Frers – Barghorn 5:11, 8:11, 6:11; Schulz – Wille 7:11, 11:9, 9:11, 9:11