Der Traum des für den Delmenhorster TV boxenden Ashab Gaysultanov, bei den deutschen Junioren-Meisterschaften der Altersklasse U17 eine Medaille zu gewinnen, erfüllte sich nicht. Das Aus für den diesjährigen niedersächsischen Meister kam bereits im Viertelfinale. Im Fliegengewicht (bis 50 Kilogramm) bezog der 16-jährige Faustkämpfer nach einem weitgehend ausgeglichenen Kampf mit 1:4 Kampfrichterstimmen gegen Mahan Nazari (Mecklenburg-Vorpommern) eine knappe Niederlage.
"Ashab konnte leider körperlich nicht ganz mithalten. Er hatte im Vorfeld bereits mit zu wenig Gewicht zu kämpfen. Hier war ihm sein Gegner physisch überlegen", ordnete der für den Nachwuchs zuständige niedersächsische Landestrainer Akhmed Dzhafarov den Kampf ein und fügte hinzu: "Technisch und taktisch ist Ashab nichts vorzuwerfen. Er ist ein großes Talent, der seinen Weg gehen wird."
Bereits im Vorjahr zog Gaysultanov, seinerzeit aber noch im Papiergewicht (bis 46 Kilogramm) kämpfend, bei der U17-DM im Viertelfinale den Kürzeren. Entsprechend groß war nach dem erneuten Aus seine Enttäuschung. Mit den Tränen kämpfend sagte er: "Es ist so bitter, wieder so früh auszuscheiden."
Sein Heimtrainer vom DTV, Leonid Jankilewitsch, der persönlich nicht vor Ort war und den Kampf am Bildschirm verfolgte, hält trotz des Misserfolgs weiterhin große Stücke auf seinen Schützling: "Das war ein guter Kampf von ihm. Aus meiner Sicht hat er lediglich die dritte Runde verloren. Und das war ausschlaggebend für die Punktniederlage. In Vorbereitung auf die U18-DM werden wir intensiv Kraft und Ausdauer trainieren."
Diese deutschen Meisterschaften werden im November in Köln über die Bühne gehen.
Unterdessen belegte Siyar Karabulat (ebenfalls DTV) bei den deutschen Militärmeisterschaften in Warendorf den dritten Platz. Aufgrund einer Handverletzung wurde nach der ersten Runde sein Halbfinalkampf im Halbmittelgewicht (bis 70 Kilogramm) abgebrochen. Karabulat, im letzten Jahr noch deutscher Vizemeister, konnte deshalb den Kampf nicht fortsetzen.
Richard Schmid