Über insgesamt fünf Europameistertitel durften sich Renate Köhler (Delmenhorster TV) und Ingrid Thomas (LGG Ganderkesee) freuen. Die beiden Leichtathletinnen räumten bei der Hallen-EM der Masters im polnischen Torun richtig ab.
Renate Köhler, die bereits im vergangenen Jahr mit vier europäischen Titeln im Gehen auf der portugiesischen Blumeninsel Madeira geglänzt hatte, war erneut nicht zu schlagen. Am ersten Tag der Wettkämpfe in der imposanten "Kujawasko Pomorska Arena" von Torun holte sie sich in ihrer Altersklasse W75 direkt die erste Goldmedaille. Die Delmenhorsterin gewann mit mehr als einer Minute Vorsprung vor Ludmilla Tokareva aus Lettland im 3000-Meter-Bahngehen mit einer Zeit von 23:19,33 Minuten.
Drei Tage später wurde vor der Halle auf einem Rundkurs das Fünf-Kilometer-Straßengehen ausgetragen, bei dem erneut Köhler den Titel einheimste. Bei sonnigem, aber windig-kaltem Wetter ließ sie ihrer stärksten Konkurrentin Tokareva wieder keine Chance und gewann in 38:27 Minuten. Mit dem deutschen Team, dem neben Köhler noch Heidrun Neide und Helga Dräger angehörten, sicherte sich die DTV-Athletin noch ihre dritte Goldmedaille. „Aufgrund einer OP musste ich vor der EM mit dem Training mehrere Wochen aussetzten. Ich hatte nur zehn Tage Zeit zur Vorbereitung, umso zufriedener bin ich mit dem Ergebnis“, sagte Köhler.
Für Ingrid Thomas waren die Europameisterschaften ein ganz besonderes Erlebnis. Zum ersten Mal nahm die Ganderkeseerin an einem internationalen Großereignis teil und durfte sich gleich über zwei Goldmedaillen freuen, die sie mit dem deutschen Team gewann. Im 3000-Meter-Lauf wurde Thomas in der Altersklasse W60 in 14:00,89 Minuten Sechste. Den Fünf-Kilometer-Straßenlauf bewältigte sie in 23:57 Minuten und wurde Zwölfte. Im anspruchsvollen Acht-Kilometer-Crosslauf über hügeliges Gelände belegte Thomas in 42:52 Minuten Rang elf.
Gemeinsam mit ihren Mannschaftskolleginnen Grit Dorczok und Sabine Lahmann holte sie sich im Teamwettbewerb über fünf Kilometer vor Polen und der Niederlande die Goldmedaille. Auch über die Crossdistanz gewann das deutsche Team vor Polen und Irland den EM-Titel. „Das war ein Wahnsinnserlebnis für mich, ich bin überwältigt“, sagte Thomas und fügte hinzu: „Ganz oben auf dem Treppchen zu stehen, hat mich sehr berührt. Als die deutsche Hymne uns zu Ehren gespielt wurde, musste ich richtiggehend mit den Tränen kämpfen."