Mehrere junge Faustkämpfer des niedersächsischen Boxsportverbandes stellten sich in der Hauptstadt Armeniens im Rahmen eines internationalen Turniers der Herausforderung, internationale Wettkampfluft zu schnuppern. Darunter waren mit dem U17-Landesmeister Ashab Gaysultanov und Mustafa Abdelkarim zwei Nachwuchsboxer des Delmenhorster TV, die sich für die im November anstehenden deutschen U18-Meisterschaften empfehlen wollten.
Im Viertelfinale des Boxturniers mit Faustkämpfern aus Armenien, Georgien, Israel und Deutschland traf Gaysultanov im Federgewicht (bis 57 Kilogramm) der Altersklasse U18 auf den einheimischen Henrik Harutyuyan. Von Beginn an setzte der 17-jährige DTV-Boxer die Akzente und gewann seinen Kampf klar nach Punkten.
Im Halbfinale wartete mit dem ebenfalls aus Armenien stammenden Memia Ulikhanyan ein Jugend-Europameister auf Gaysultanov. Doch der Delmenhorster ließ sich gegen den einen Kopf größeren Gegner nicht beeindrucken. Beherzt suchte er seine Chance und gestaltete den Kampf über weite Strecken mehr als ausgeglichen.
Doch die Kampfrichter sahen es anders: Der armenische Boxer holte sich einen knappen Punktsieg. "Ashab hat eine sehr starke Leistung gezeigt und knapp verloren", sagte sein Heimtrainer Leonid Jankilewitsch. "Aber", so fügte er mit Augenzwinkern hinzu, "wäre der Kampf in Deutschland gewesen, hätte Ashab gewonnen. Der Heimvorteil gab letztlich den Ausschlag."
Ebenfalls mit einem Sieg und einer Niederlage trat Mustafa Abdelkarim die Heimreise an. In seinem Viertelfinale der Gewichtsklasse bis 70 Kilogramm (Halbmittelgewicht) in der AK U18 gewann der Delmenhorster gegen seinen aus Armenien stammenden Gegner Andranil Ghanbaryan durch RSC-Abbruch in der zweiten Runde. Nachdem der Armenier einige deutliche Kopf- und Körpertreffer einstecken musste und deshalb zweimal in kürzester Zeit angezählt wurde, beendete der Ringrichter den ungleichen Kampf.
Im Halbfinale traf Abdelkarim wiederum auf einen armenischen Faustkämpfer. In diesem Kampf gegen Samik Broyan kassierte der junge Delmenhorster eine knappe Niederlage, sodass er sich ebenso wie sein Vereinskollege Gaysultanov mit der Bronzemedaille begnügen musste. "Für beide Boxer war dieses Turnier eine wertvolle Erfahrung und eine gute Vorbereitung für die anstehenden deutschen Meisterschaften im November", meinte Jankilewitsch.