Im vergangenen Jahr hatte Cheikh Diop vom Delmenhorster TV bei den niedersächsischen Meisterschaften der Eliteklasse im Superschwergewicht (über 90 Kilogramm) gegen Dilvan Yazgan (BSK Hannover-Seelze) im Halbfinale verloren. Dieses Jahr lief es deutlich besser für den Delmenhorster Boxer: Der 22-Jährige setzte sich im Finale gegen Mohammed Eko (Löwen Box Academy Braunschweig) durch und sicherte sich in Wolfenbüttel den Titel.
Diop fuhr einen deutlichen Punktsieg ein. "Cheikh ist souverän Landesmeister geworden. Er hat mit seiner Führhand seinen etwas kleineren Gegner auf Abstand gehalten und seine Reichweitenvorteile klug ausgenutzt", betonte DTV-Trainer Leonid Jankilewitsch.
Sein Schützling habe alle Versuche des Gegners, ihn in den Nahkampf zu zwingen, durch eine kluge Taktik gekontert und immer wieder selbst attackiert. Nach diesem Erfolg bestehen für Diop gute Chancen, vom niedersächsischen Landesverband für die deutschen Meisterschaften im Dezember nominiert zu werden.
Parallel zu den Landesmeisterschaften der Eliteklasse wurden in Wolfenbüttel auch Kämpfe der sogenannten "B/C"-Klasse ausgetragen. Dort treten Faustkämpfer mit wenig Erfahrung und dementsprechend wenigen Kämpfen an.
Im Superschwergewicht stieg Divan Celik (DTV) mit Johannes Stahle (Osnabrücker SC) in den Ring. Nach einem weitgehend ausgeglichenen Kampf musste der DTV-Boxer eine knappe Punktniederlage einstecken. "Divan hat gerade eine Krankheit hinter sich. Ich wollte ihn deshalb auch nicht melden, aber er wollte unbedingt, deshalb habe ich mich breitschlagen lassen", meinte Jankilewitsch.
Ein Kuriosum am Rande ergab sich für Hiba Fouani vom TV Jahn Delmenhorst. Sie wurde bei der Auslosung in der Männerklasse gesetzt. Nachdem der Fehler bemerkt worden war, sollte sie in Runde zwei gegen eine zweifache deutsche und mehrfache Landesmeisterin antreten, weil alle Damenkämpfe bereits ausgelost waren. "Wir haben Hiba dann abgemeldet, denn sie hat erst sehr wenige Kämpfe bestritten und hätte auf verlorenem Posten gestanden. Diese Negativerfahrung wollten wir ihr ersparen", berichtete Jahn-Trainer Felix Kuschel.