Ein spektakuläres Testspiel zwischen dem SV Tur Abdin Delmenhorst und dem VfL Wildeshausen sahen die Zuschauer an der Schanzenstraße am Freitagabend. Die Krandelkicker setzten sich beim klassentieferen Gastgeber mit 6:4 (4:3) durch. Coach Daniel Karli war trotz der Niederlage zufriedener als sein Gegenüber Marcel Bragula.
Der Bezirksligist legte gut los und ging durch Patrick Schulz auf Vorlage von Yasin Gök mit 1:0 in Führung (9.). Zwar antwortete der Landesligist postwendend durch einen Kopfball von Jannik Stöver zum 1:1 (12.), dennoch gehörte der erste Abschnitt den Delmestädtern.
Justin Hager köpfte zunächst eine Ecke von Manuel Celik in die Maschen (15.), bevor Atila Gürses einen Distanzschuss in den Winkel setzte (21.) – 3:1. "Wir haben unsere stärkste Elf aufgestellt und das hat man in der ersten Halbzeit auch gesehen. Wir haben sehr gut gegengehalten und über unsere schnellen Jungs Patrick Schulz und Yasin Gök gute Angriffe gefahren", schilderte Karli.
Bragula moniert Defensivleistung
Nach dem 3:1 kam die Trinkpause und danach wurde Wildeshausen stärker, profitierte jedoch von einem simplen Fehlpass der Abdiner im Aufbau. Stöver fing diesen ab und überlupfte den Schlussmann aus gut 30 Metern zum 2:3 (28.). Mit seinem dritten Tor des Tages erzielte er den Ausgleich (40.). Es folgte sogar noch das 4:3 durch einen Fernschuss von Jannes Pleus (45.).
Bragula störte der Auftritt seiner Elf im ersten Durchgang: "Auch wenn es nur ein Testspiel ist, darf das so nicht ablaufen. 6:4 ist ein grauenvolles Ergebnis und zeigt, dass etwas schiefläuft", sagte er. Auch am Tag nach dem Duell lag ihm das Ergebnis noch "schwer im Magen".
Das Defensivverhalten bezeichnete er in der ersten Halbzeit als körperlos. "Wir hatten auch zu große Abstände und sind nicht in die Zweikämpfe gekommen. Wir waren mit dem Kopf nicht bei der Sache und sind gar nicht auf dem Platz gewesen", monierte er. So dürfe sich eine Mannschaft defensiv nicht präsentieren. "Nicht bei einem Testspiel, nicht beim Training und erst recht nicht in einem richtigen Wettkampf. Das hatte von der Qualität her nichts mit Defensivarbeit zu tun. Das reicht nicht für die Landesliga, aber im Grunde auch für keine andere Liga", ärgerte er sich.
Zugutehielt er seiner Truppe, dass diese die Partie noch vor der Pause drehte. "Jannik Stöver mit seinem Hattrick war natürlich ein Lichtblick. Er ist verletzungsfrei. Und dann kann er uns sehr weiterhelfen", meinte der VfL-Coach.
Die Abdiner hätten derweil vor der Pause noch zu ihrem vierten Tor kommen können, nutzten aber einige Gelegenheiten nicht.
Nach dem Seitenwechsel lief es etwas gemächlicher ab. "Es stand da lange 0:0. Beide Teams hatten kleinere Chancen, wir sogar eher etwas mehr. Am Ende hat es Wildeshausen dann gut gemacht. Aber wir haben gut dagegengehalten und es auch gut gemacht", ordnete Karli ein.
Erst eine Viertelstunde vor dem Ende erzielte Michael Eberle mit einem Elfmeter das 5:3 (76.). Zuvor war er von Hager gefoult worden. Der Innenverteidiger markierte vier Zeigerumdrehungen später mit seinem zweiten Tor des Tages das 4:5. Er war erneut nach einem Standard erfolgreich, dieses Mal mit dem Fuß (80.). Den Schlusspunkt setzte der Wildeshauser Divan Oynak mit einem schönen Distanzschuss zum 6:4 (90.).
Für die Karli-Mannen geht es an diesem Mittwoch weiter. Zu Gast ab 19.30 Uhr ist dann die TS Woltmershausen aus der Bremenliga. Wildeshausen bestreitet am Montag sein Auftaktspiel beim ALTS-Cup gegen den SV Weyhe.
Michael Kerzel