Ein Wochenende mit zwei Gesichtern erlebte Motorsportler Leon Bauchmüller beim fünften Lauf der ADAC GT4 Germany auf dem Sachsenring. Auf der für ihn komplett neuen Strecke überzeugte der 19-Jährige aus Bendingbostel zunächst mit einer starken Lernkurve und Platz vier im zweiten freien Training. Im Rennen knüpften Bauchmüller und sein Teamkollege Lukas Stiefelhagen im BMW M4 GT4 Evo von ME Motorsport jedoch nicht vollends an diese Performance an.
Das erste freie Training nutzte Bauchmüller zunächst, um sich an den anspruchsvollen und sehr linkslastigen Sachsenring zu gewöhnen. Gemeinsam mit seinen Ingenieuren analysierte der Nachwuchsfahrer anschließend die Daten und arbeitete gezielt an seinem Verbesserungspotenzial. Die Fortschritte zeigten sich bereits wenige Stunden später. Auf einem neuen Reifensatz fuhr Bauchmüller im zweiten Training bis auf den vierten Platz nach vorn.
Damit bestätigte sich zunächst die gute Entwicklung der vergangenen Rennwochenenden. Auch im Qualifying war grundsätzlich die Pace vorhanden. Bauchmüller bekam seine besten Sektoren jedoch nicht in einer Runde zusammen und musste sich mit Startplatz elf für das zweite Rennen zufriedengeben. "Gerade auf dem Sachsenring ist das Zeitfenster für eine schnelle Runde klein, da die Reifen auf dem kurvenreichen Kurs bereits nach wenigen Runden deutlich an Performance verlieren", analysierte der Förderpilot des ADAC Weser-Ems im Anschluss.
Deutlich besser war die Ausgangslage für das erste der zwei Rennen. Aus der ersten Startreihe von Platz zwei ging es für das Duo ins Rennen. Zu Beginn etablierte sich Bauchmüllers Teamkollege im vorderen Feld und hielt den Anschluss an die Spitze. Doch mit steigender Renndistanz hatte der BMW immer größer werdendes Übersteuern, und es war schwer, die Konkurrenz in Schach zu halten.
Als Sechster übernahm Leon Bauchmüller für die zweite Hälfte das Auto und sah letztlich auf Rang neun die Zielflagge. "Wir haben uns sehr schnell entwickelt und mit Platz vier im zweiten Training gesehen, welches Potenzial vorhanden ist. Im Rennen hatten wir dann wieder sehr wenig Grip und massives Übersteuern, was uns Performance gekostet hat", erklärte Bauchmüller.
Der zweite Renntag war ungewöhnlich, denn beschädigte Randsteine an der Strecke verzögerten den vermeintlichen Rennstart. Rund eineinhalb Stunden warteten die Fahrer bei der Startaufstellung. Einsetzender Regen sorgte zusätzlich für Hektik, und die Teams stellten ihre Fahrzeuge auf die veränderten Bedingungen ein. Zu einem Start kam es jedoch nicht mehr. Da Schäden an der Strecke nicht kurzfristig repariert werden konnten, sagte die Rennleitung den Lauf aufgrund höherer Gewalt ab.
"Natürlich hätten wir das zweite Rennen gerne gefahren. Nach der langen Wartezeit war es schade, dass es am Ende nicht mehr losging, aber Sicherheit geht vor. Jetzt liegt unser kompletter Fokus auf Hockenheim. Wir wollen die Saison mit einem positiven Ergebnis abschließen", blickte Bauchmüller voraus. Das Saisonfinale der ADAC GT4 Germany findet vom 9. bis 11. Oktober auf dem Hockenheimring statt.
WK