Den Ringern des TSV Achim ist für ein Turnier kein Weg zu weit. Um ihr Können zu beweisen, reisen sie gerne auch mal mehrere Hundert Kilometer. So war es auch vor Kurzem, als sich die Achimer auf den Weg nach Torgelow machten. In der Kleinstadt in Mecklenburg-Vorpommern fand zum 35. Mal ein Weihnachtsturnier statt. An diesem nahmen drei Achimer Ringer teil. Die rund vierstündige Anreise sollte sich lohnen, denn Jano Schnakenberg, Afanasiy Kuzmenko und Isabelle Gapé kehrten mit starken Resultaten in den Kreis Verden zurück.
In der Halle habe eine fantastische Stimmung geherrscht, berichtete Trainer Benedikt Mero. 93 Sportler seien am Start gewesen. Die Kämpfe hätten im griechisch-römischen, also klassischen, Stil stattgefunden. Das habe technische Finesse und Oberkörperkraft erfordert, meinte Mero.
Für Jano Schnakenberg hätte das Turnier nicht besser laufen können. Das neunjährige Ringer-Talent zeigte in der Gewichtsklasse bis 31 Kilogramm, dass sich fleißiges Training auszahlt. Jano Schnakenberg dominierte in seinen drei Kämpfen die Gegner und ging jeweils als Sieger von der Matte. "Das Highlight seines Turniers war ein technisch perfekter Suplex – ein Überwurf, der in dieser Altersklasse selten in so hoher Qualität zu sehen ist", berichtete Coach Mero. Daher durfte Jano Schnakenberg ganz nach oben auf das Treppchen steigen und die Goldmedaille entgegennehmen.
In der Gewichtsklasse bis 59 Kilogramm startete Afanasiy Kuzmenko. Der 14-Jährige zeigte Ringen auf hohem Niveau. Mit großer technischer Variabilität habe er sich souverän durch das Turnier gekämpft, sagte Benedikt Mero. Drei Siege bescherten Afanasiy Kuzmenko den Einzug ins Finale. Dort lieferte er sich mit seinem Kontrahenten einen harten Kampf, hatte am Ende aber knapp das Nachsehen. Daher sprang für den Jugendlichen die Silbermedaille heraus.
Mit Isabelle Gapé ging zudem eine junge Ringerin des TSV Achim in Torgelow an den Start. Die Neunjährige hatte eine besondere Herausforderung zu bewältigen. "Da im weiblichen Ringen üblicherweise im Freistil gekämpft wird, war der hier geforderte griechisch-römische Stil für sie ungewohntes Terrain – Beinangriffe waren tabu. Hinzu kam, dass sie in ihrer Gewichtsklasse bis 36 Kilogramm ausschließlich gegen Jungs antreten musste", erklärte Benedikt Mero.
Doch davon ließ sich Isabelle Gapé nicht beeindrucken. Sie überraschte die männliche Konkurrenz mit clever abgewandelten Freistiltechniken. Das funktionierte so gut, dass sie drei ihrer vier Kämpfe gewann. In einer Fünfergruppe kam sie am Ende auf den zweiten Platz und durfte damit wie ihre Teamkollegen das Podium besteigen.
Die Freude beim TSV Achim über diese Resultate war entsprechend groß. "Die Stimmung war top, die lange Fahrt hat sich gelohnt und die sportliche Entwicklung der Athleten zeigt steil nach oben", fällte Benedikt Mero im Namen der Ringerabteilung des Vereins ein äußerst positives Fazit des Wettkampftages.
Maurice Reding