Nachdem die Gemeinde Lilienthal ein Feuerwerksverbot zum Jahreswechsel erlassen hatte, haben Grasberg und Worpswede die Bevölkerung dazu aufgerufen, freiwillig auf Böller und Raketen zu verzichten. So sollen angesichts des Hochwassers unnötige Einsätze für die Feuerwehr von vornherein vermieden werden. Niedersachsens Umweltminister Christian Meyer rief ebenfalls zum Feuerwerksverzicht auf.
Die Lage in Lilienthal ist nach wie vor angespannt, ebenso in Bremen-Borgfeld und in Timmersloh, das fast vollständig von Wassermassen umschlossen ist.
Mit einem Notfallplan bereitet sich der Serengeti-Park Hodenhagen bei Hannover auf weitere Evakuierungen von Tieren wegen des Hochwassers vor. Sorgen bereite vor allem das von Wasser umschlossene Haus der Antilopen und Giraffen, sagte eine Sprecherin des Tierparks am Freitag. „Diese Tiere müssten für eine Evakuierung narkotisiert werden, das ist ein großes Risiko.“ Für den Notfall werde auch überlegt, wie die Tiere unter Narkose überhaupt durch die Wassermassen transportiert werden könnten. Mit Lastwagen und Pritschen seien die Wege dorthin nicht mehr befahrbar.
Im Landkreis Celle mussten rund 120 Menschen ihre vom Hochwasser bedrohten Häuser verlassen. Die anhaltenden Niederschläge werden laut Einschätzung der Behörden auch andernorts die Lage noch verschärfen.
In Meppen im Kreis Emsland ist ein Altenheim vorsorglich evakuiert worden. 52 Personen wurden anderweitig untergebracht. Im Stadtgebiet sind rund 400 Kräfte im Einsatz, um das dortige Hochwasser zu bekämpfen. Auch in Meppen geht die Gefahr von aufgeweichten Deichen aus.
Robert Mohr