Letztes Update:
20231228170950

Hochwasserlage in Borgfeld

17:09
28.12.2023
Die Hochwasserlage an der Wümme ist an Tag drei unverändert angespannt. Laut einer Meldung der Feuerwehr Bremen sind entlang der Wümme im Bereich Katrepel zahlreiche Häuser von Wasser umschlossen und stromlos geschaltet. Die meisten Bewohner haben diesen Bereich verlassen.
Im Ortsteil Timmersloh steht das Wasser seit Tagen demnach an den Deichen. Straßen und Felder sind überschwemmt. Laut einem Sprecher der Feuerwehr hat der Deichverband an unterschiedlichen Stellen bereits Deichsicherungsmaßnahmen mithilfe von Sandsäcken durchgeführt.
Die Pegel der Wümme sinken weiter, allerdings nur sehr langsam. Nach wie vor von einer Lage auszugehen, die noch einige Tage andauert, so der Sprecher der Feuerwehr Bremen.

Regina Konradi

Weil: Hochwasser in diesem Ausmaß hat es zuvor nie gegeben

16:47
28.12.2023
Eine solch angespannte Hochwasserlage wie jetzt ist laut Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) für Niedersachsen ein Novum. "Ein Hochwasser diesen Ausmaßes hat es hier bei uns zuvor nie gegeben. Experten warnen seit langem davor, dass die immer häufigeren Wetterextreme mit dem Klimawandel zusammenhängen", sagte Weil in einer Mitteilung von Donnerstag. Man müsse in der Zukunft das Engagement in der Hochwasserprävention weiter verstärken sowie den CO2-Ausstoß dringend weiter reduzieren, betonte der Ministerpräsident.
Laut Weil sind im Bundesland mehr als 100.000 Menschen im Einsatz gegen das Hochwasser. "Die Bilder gleichen sich und doch sind sie vielerorts erschreckend: Riesige Wassermassen dort, wo sich sonst vergleichsweise kleine Flüsse durch die Landschaft schlängeln, mit Sandsäcken verstärkte Deichanlagen, Pumpen im Dauerbetrieb."
Der Ministerpräsident verurteilte den mancherorts zu beobachtenden Katastrophentourismus. "Mein eindringlicher Appell an alle Neugierigen lautet: Lassen Sie es bleiben, gehen Sie irgendwo anders spazieren oder bleiben Sie zuhause. Die Helferinnen und Helfer haben alle Hände voll zu tun, viele arbeiten Tag und Nacht. Man darf ihnen ihre schwierige Arbeit wirklich nicht noch schwerer machen."

Regina Konradi

Etwa 60 Menschen aus Lilienthal nächtigen in der Notunterkunft

16:18
28.12.2023
Von den mehr als 300 Menschen, die im Evakuierungsbereich um die Straße Stadskanaal in Lilienthal leben, haben rund 60 die Nacht zu Donnerstag in der Notunterkunft an der Ostlandstraße verbracht.
Polizisten und Feuerwehrleute seien am Mittwoch von Tür zu Tür gegangen, nachdem die Gemeinde den Evakuierungsbereich um die Straße Stadskanaal festgelegt hatte, in dem 339 Menschen gemeldet sind, berichtet Jürgen Weinert von der Gemeinde Lilienthal. Ein Bus mit Platz für 40 Personen habe bereit gestanden, 80 Feldbetten hätten die Rotkreuz-Helfer für den ersten Schwung Menschen, die ihre Wohnungen verlassen mussten, in der Sporthalle an der Ostlandstraße aufgebaut.
Erfahrungsgemäß liege die "Selbstunterbringungsquote" bei 50 Prozent, so Weinert, daher könne die Zahl der Notbetten bei Bedarf rasch auf 200 erhöht werden. Diesen Bedarf gibt es in Lilienthal wohl vorerst nicht, denn die meisten der Evakuierten haben Unterschlupf bei Verwandten und Freunden gefunden oder hätten sich in Hotels und privaten Herbergen eingemietet. Dennoch steht der Rotkreuz-Kreisverband bereit, schließlich habe der Landkreis die Vorstufe zum Katastrophenalarm ausgerufen. Alle Einsatzkräfte seien telefonisch angewiesen worden, sich bereit zu halten.

Regina Konradi