Die Hochwassersituation in Niedersachsen bleibt auch am Mittwoch angespannt. Mit einer großflächigen Verschärfung der Lage sei in den kommenden Tagen aber nicht zu rechnen, hieß es am Mittwoch vom Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN). „Das Schlimmste ist überstanden, aber es ist noch nicht vorbei“, sagte eine Sprecherin.
Vor allem an der Mittelweser und an den Oberläufen von Aller, Leine und Oker sei mit weiter steigenden Pegelständen zu rechnen. In den nächsten Tagen sei aber keine größeren, landesweiten Niederschläge zu erwarten, was die Lage etwas entspanne. Erst Ende der Woche sei wieder mit stärkerem Regen zu rechnen.
An der Weser seien zwischen Hannoversch Münden und Höxter inzwischen die Scheitelstände erreicht und das Wasser sinke wieder. Auch an Oker und Innerste sei im Harz trotz des erhöhten Zuflusses aus den Talsperren nicht mit einer Zuspitzung zu rechnen, so die Behörde.
Dienstagfrüh hatten sich an der Oker- und Innerstetalsperre die Notüberläufe geöffnet, nachdem beide Stauseen ihre Kapazitätsgrenze erreicht hatten. „Eine Verschlimmerung der Hochwassersituation in den Flüssen Innerste und Oker ist dadurch aber nicht zu erwarten“, sagte eine Sprecherin am Mittwoch.
Der Deutschen Wetterdienst (DWD) gibt für Bremen und Niedersachsen derweil noch keine Entwarnung für die nächsten Tage. Auf Nachfrage heißt es dort, ein Sturmtief über Schottland beschere dem Nordwesten noch bis Silvester kräftige Böen und immer wieder Regenschauer. „Das entspannt die Situation nicht, es kommt eher noch was obendrauf“, heißt es dort. Mit derzeit rund 100 bis 150 Litern Niederschlag pro Quadratmeter in 24 Stunden befinde sich die Regenmenge aktuell in einem "überdurchschnittlichen Bereich". „Eine Entspannung ist in dem Sinne nicht wirklich in Sicht."
Jan-Felix Jasch