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In Lubmin in Vorpommern ist am Wochenende das zweite deutsche LNG-Terminal in Betrieb gegangen. Wie in Wilhelmshaven handelt es sich um ein fest vertäutes Spezialschiff. Foto: Stefan Sauer/dpa

16:59
16.01.2023
Der britische Mineralölkonzern BP will den Bau eines Wasserstoffzentrums im niedersächsischen Wilhelmshaven prüfen. Wie das Unternehmen mitteilt, könnte dort in einer Ammoniak-Cracker genannten Anlage klimaneutral hergestelltes Ammoniak in grünen Wasserstoff umgewandelt werden. Die Überlegungen sind offenbar schon weiter fortgeschritten: Nach BP-Angaben könnte dieser Cracker ab 2028 jährlich bis zu 130.000 Tonnen Wasserstoff bereitstellen. Solch eine Menge Wasserstoff hat einen Energiegehalt von rund 4,3 Terawattstunden.
Zum Vergleich: Ein Entwurf aus dem Bundeswirtschaftsministerium für die Fortschreibung der Nationalen Wasserstoffstrategie sieht 2030 in Deutschland einen Wasserstoffbedarf von 95 bis 130 Terawattstunden. In Wilhelmshaven soll das grüne Ammoniak von internationalen BP-Projekten nach Wilhelmshaven geliefert werden. Das Projekt soll auf der bestehenden Infrastruktur des NWO-Mineralölterminals in Wilhelmshaven aufbauen, an dem BP bereits beteiligt ist.

16:19
16.01.2023
Aufgeschreckt durch den Angriff auf die Nord-Stream-Pipelines im September will die Bundesregierung die Meldevorschriften zu Störungen der sogenannten kritischen Infrastruktur erweitern. Ein entsprechender Entwurf aus dem Bundesinnenministerium schreibt nun auch den Betreibern von Flüssigerdgas-Terminals sowie den Besitzern von Landestationen für die Anbindung von Seekabeln an landgestützte Telekommunikations-Netzwerke vor, dass sie solche Vorfälle künftig dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) melden müssen. Unterseekabel verbinden Kontinente für einen schnellen Austausch von Daten. Sabotageakte hätten auch hier erhebliche Folgen.

15:17
16.01.2023
Um einen möglichen Stromengpass im Südwesten zu verhindern, sind am Sonntagabend nach Angaben des Netzbetreibers Transnet BW rund 3000 Megawatt (MW) eingesetzt worden. 1400 MW davon kamen demnach zwischen 17 und 19 Uhr aus Kraftwerken, die ohnehin am Markt sind. Reservekraftwerke lieferten etwa 800 MW, und 740 MW stammten aus der Schweiz. Zuvor waren Verbraucher informiert worden, dass es einen Engpass geben könnte. Sie wurden auch zum Stromsparen aufgerufen.
Hintergrund war ein sogenannter Redispatch. Im Norden gab es einer Sprecherin zufolge am Abend eine Windspitze, mit der 50 Gigawatt Energie erzeugt wurden. Weil die Netze noch nicht ausreichend ausgebaut sind, reicht die Übertragungskapazität in den Südwesten für solche Mengen nicht aus. Es entsteht ein Stau. Um den Bedarf in Baden-Württemberg zu decken, muss dann anderweitig Strom erzeugt oder importiert werden.