Letztes Update:
20230112160921

16:08
12.01.2023
Bulgarien will die geplante Schließung seiner Kohlekraftwerke um etwa zwölf Jahre bis 2038 aufschieben - obwohl dies dem EU-Wiederaufbauplan des Landes widerspricht. Das Parlament in Sofia beauftragt die Regierung, mit der EU-Kommission über eine Rücknahme der entsprechenden Verpflichtung zu verhandeln. Darin ist vorgesehen, dass die Kohlendioxid-Emissionen in der Energiewirtschaft bis Ende 2025 um 40 Prozent im Vergleich zu 2019 reduziert werden sollen, was einem Kohleausstieg voraussichtlich im Jahr 2026 gleichkommt.
Mitarbeiter von Kohlekraftwerken und Kohlebergwerken demonstrierten aber am Parlament dafür, die Schließung ihrer Betriebe bis 2038 aufzuschieben. Sie beklagen, dass die Umsetzung der bisherigen Ziele die Energiesicherheit und viele Arbeitsplätze gefährde. Der Parlamentsbeschluss zugunsten der Kohlekraftwerke fiel schließlich mit einer überwältigenden Mehrheit von 187 Ja-Stimmen, bei nur zwei Gegenstimmen und neun Enthaltungen.
Bulgariens Kohlekraftwerke erzeugen Angaben der Branche zufolge in den Sommermonaten die Hälfte des gesamten Strombedarfs des Landes. Während der Heizsaison seien es fast 60 Prozent. Die meisten von ihnen hätten bereits mit der Umsetzung von Projekten zur Diversifizierung des Brennstoffmix und der stufenweise Abschaffung von Kohle begonnen. Doch dies könne binnen drei Jahren nicht vollständig erreicht werden, heißt es in einem offenen Brief der Branche an die Staats- und Parlamentsführung vom November 2022.

15:17
12.01.2023
Die Inflation in den USA befindet sich weiter auf dem Rückzug. Im Dezember stiegen die Verbraucherpreise gegenüber dem Vorjahresmonat um 6,5 Prozent, wie das Arbeitsministerium mitteilt. Im November hatte die Rate bei 7,1 Prozent gelegen. Experten hatten diese Entwicklung im Schnitt erwartet. Es ist der sechste Rückgang der Inflationsrate in Folge. Die Kerninflation - ohne die schwankungsanfälligen Energie- und Lebensmittelpreise - fiel von 6 auf 5,7 Prozent. Auch dies war erwartet worden.

14:43
12.01.2023
Die Internationale Energieagentur (IEA) rechnet mit einem rasanten Wachstum sauberer Energietechnologien, warnt bei den Ressourcen aber vor einer Abhängigkeit von wenigen Ländern. Wenn die Staaten ihre Energie- und Klimazusagen vollständig umsetzen, werde sich der Herstellungswert von sauberen Energietechniken bis 2030 auf gut 600 Milliarden Euro mehr als verdreifachen, erklärt die IEA in ihrem vorgelegten Energietechnikbericht. Die Zahl der damit verbundenen Arbeitsplätze könne sich auf fast 14 Millionen im Jahr 2030 mehr als verdoppeln. Auch in den folgenden Jahrzehnten erwartet die IEA mit dem Fortschreiten der Energiewende ein weiteres rasches Industrie- und Beschäftigungswachstum.
Gleichzeitig warnt die IEA vor Risiken in den derzeitigen Versorgungsketten, denn es gibt eine Abhängigkeit von wenigen Ländern beim Abbau und der Verarbeitung von Ressourcen sowie bei der Herstellung von Technologien. Bei Solarmodulen, Windkraftanlagen und Batterien für Elektrofahrzeuge entfielen mindestens 70 Prozent der Produktionskapazitäten auf die drei größten Herstellerländer, allen voran China. Gleichzeitig konzentriere sich ein Großteil des Abbaus kritischer Mineralien auf eine kleine Anzahl von Ländern. So werden beispielsweise im Kongo mehr als 70 Prozent des weltweiten Kobalts gefördert, und auf nur drei Länder - Australien, Chile und China - entfallen mehr als 90 Prozent der weltweiten Lithiumproduktion.