Der
Giftnotruf in Erfurt rechnet in diesem Winter mit mehr Anrufern wegen des Verdachts auf Kohlenmonoxid-Vergiftungen.
Angesichts der hohen Energiepreise würden viele Verbraucher beim Heizen auf alternative Brennstoffe wie Holz zurückgreifen, sagt die Leiterin des Giftinformationszentrums in Erfurt, Dagmar Prasa, der
Deutschen Presse-Agentur.
"Schon bei der Lagerung von Holzpellets im Keller gast Kohlenmonoxid aus." Vergiftungsgefahren bestünden aber auch beim unsachgemäßen Betrieb von dieselbetriebenen Notstromaggregaten oder von Holzkohlegrills zum Heizen in geschlossenen Räumen. Kohlenmonoxid ist ein farb-, geschmack- und geruchloses Gas, das sich rasch in geschlossenen Räumen ausbreitet und nicht durch Rauchmelder angezeigt wird. Vor den Gefahren hatte auch schon das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR/Berlin) gewarnt.
Kohlenmonoxid verhindert im Körper die Bindung von Sauerstoff an den roten Blutfarbstoff Hämoglobin. Dadurch kann das Blut den lebenswichtigen Sauerstoff nicht mehr transportieren.
Das Gas kann zu Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit und Bewusstlosigkeit und im schlimmsten Fall zum Tod führen. Zur systematischen Erfassung der bei den Giftinformationszentren eingehenden Fälle wird derzeit von der Bundesregierung die Einrichtung eines nationalen Vergiftungsregisters vorbereitet.