Letztes Update:
20221212134254

12:59
12.12.2022
Der EU droht nach Einschätzung der Internationalen Energieagentur (IEA) im nächsten Winter Gasknappheit. "Das nächste Jahr - 2023 - könnte sehr viel schwieriger werden als dieses Jahr", sagte IEA-Chef Fatih Birol nach Gesprächen mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in Brüssel. Er erklärte, dass die Umstände, die es EU-Ländern erlaubt hätten, ihre Speicher vor diesem Winter zu füllen, im nächsten Jahr eventuell wegfallen könnten.
Russland könnte etwa seine restlichen Lieferungen einstellen und das globale Angebot an Flüssiggas (LNG) könnte knapp sein - vor allem, wenn die Nachfrage in China wieder ansteige, wie es es in einem Bericht der IEA heißt. Zudem könne man sich nicht auf ähnlich milde Temperaturen wie in dieser Saison verlassen. Dadurch könnten den EU-Staaten laut der IEA rund 30 Milliarden Kubikmeter Gas fehlen. Insgesamt benötigt die EU demnach knapp 400 Milliarden Kubikmeter Gas im nächsten Jahr.

Foto: Virginia Mayo/AP/dpa

12:38
12.12.2022
Die Linksfraktion im Deutschen Bundestag hat die Nicht-Nutzung von klimaneutral erzeugtem Strom kritisiert. "Es ist grotesk, dass wir über die Gefahr von Blackouts diskutieren und gleichzeitig Strom im Wert von über 800 Millionen Euro jährlich weggeschmissen wird", sagte Bundestagsfraktionschef Dietmar Bartsch in Berlin laut einer Mitteilung. Es sei "inakzeptabel", dass dafür Stromkunden über steigende Netzentgelte zur Kasse gebeten würden. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) müsse den schleppenden Netzausbau "endlich" in Gang bringen und die Verbraucher vor solchen Kosten schützen.
Bartsch bezog sich auf Angaben der Bundesnetzagentur, nach denen die Betreiber von Erneuerbare-Energien-Anlagen 2021 über 807 Millionen Euro an Entschädigungsansprüchen hatten, weil ihr Strom wegen Netzengpässen nicht eingespeist werden konnte. Bei diesem sogenannten Einspeisemanagement handelt es sich um eine Sicherheitsmaßnahme zur Entlastung von Netzengpässen. Den Ausgleich müssen die Netzbetreiber zahlen. Sie legen das Geld über die Netzentgelte auf die Stromkunden um.