Letztes Update:
20221130171241

17:11
30.11.2022
Die Bundesregierung hat den Austritt Deutschlands aus einem umstrittenen internationalen Energieabkommen beschlossen. Konkret geht es um den Energiecharta-Vertrag. Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) sprach von einem wichtigen Schritt für mehr Klimaschutz. "Der Energiecharta-Vertrag war und ist ein Hindernis für die Energiewende und ist schlicht nicht vereinbar mit den Zielen des Pariser Klimaabkommens." Die Ausstiegsfrist betrage allerdings 20 Jahre, das sei eine "bittere Nachricht", sagte Habeck.
Das Abkommen steht bei den Grünen und Umweltorganisationen schon länger in der Kritik. Es erlaubt Investoren etwa Klagen gegen Staaten vor Schiedsgerichten. Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag, Julia Verlinden, nannte den Energiecharta-Vertrag ein überflüssiges Relikt aus dem fossilen Zeitalter. "In Zeiten der Klimakrise ist es absurd, dass Unternehmen ausbleibende Gewinne aus fossilen Investitionen sowie Entschädigungen für Kohle- und Atomausstiege einklagen können."

16:36
30.11.2022
Erstmals seit 2008 sind die Reallöhne nach einer Analyse der UN-Weltarbeitsorganisation (ILO) weltweit gesunken. Gründe seien die hohe Inflation und der Wirtschaftsabschwung, die teils auf den russischen Krieg gegen die Ukraine und die Energiekrise zurückzuführen seien, berichtete die ILO in Genf. 2008 hatte sie erstmals über die Entwicklung von Reallöhnen berichtet.
Die monatlichen Löhne sanken nach ILO-Angaben in den ersten sechs Monaten 2022 weltweit real um 0,9 Prozent. Ohne China, wo das Wachstum der Reallöhne höher sei als in den meisten Ländern, wären es minus 1,4 Prozent gewesen. In Ländern mit höheren Einkommen sei der Negativtrend besonders stark gewesen: für die EU nennt die ILO im ersten Halbjahr 2022 minus 2,4 Prozent, für die USA und Kanada minus 3,2 und für Osteuropa minus 3,3 Prozent.

15:44
30.11.2022
Angesichts der Energiekrise warnt der Deutsche Museumsbund vor enormen Mehrkosten für die Museen. Mit mindestens 100 Millionen Euro zusätzlichen Energiekosten rechnete der Verband für das Jahr 2023. "Nach pandemiebedingten Einnahmeverlusten werden viele Museen diese Mehrkosten aus ihren Budgets nicht decken können", hieß es in einer Mitteilung. Auf größere Museen könnten zusätzliche Ausgaben von bis zu 200.000 Euro im Jahr zukommen, sagte eine Sprecherin des Verbands. "Die müssen abgefedert werden." 
Die Museen arbeiteten aktiv daran, das von der Bundesregierung vorgegebene Ziel umzusetzen, 20 Prozent an Energie einzusparen.

15:14
30.11.2022
Die Spritpreise setzen ihre Talfahrt fort. Diesel verbilligte sich die sechste Woche in Folge, Superbenzin der Sorte E10 die dritte, wie aus Zahlen des ADAC hervorgeht. Im bundesweiten Tagesdurchschnitt des Dienstags kostete E10 demnach 1,739 Euro pro Liter, das sind 4,6 Cent weniger als sieben Tage zuvor. Der Dieselpreis sank um 5,6 Cent auf 1,843 Euro pro Liter. Noch Mitte Oktober war ein Liter Diesel rund 30 Cent teurer, E10 rund 20 Cent. Insbesondere in den letzten drei Wochen war es deutlich nach unten gegangen. Der ADAC führt die für Autofahrer erfreuliche Entwicklung vor allem auf die Entspannung am Rohölmarkt zurück. Aber auch der wieder etwas stärkere Euro und der wiedererstarkte Wettbewerb spielten eine Rolle, hieß es. 
Der ADAC sieht allerdings noch weiteres Abwärtspotenzial bei den Spritpreisen, insbesondere beim Diesel. Der Kraftstoff wird deutlich niedriger besteuert als Benzin und ist normalerweise deutlich günstiger als E10.