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Bundesärztekammer: Guter Zeitpunkt für Lockerung von Quarantäneregeln

12:10
01.04.2022
Die Bundesärztekammer hat den Vorschlag zur Lockerung der Corona-Quarantäneregeln begrüßt. «Trotz der aktuell hohen Infektionszahlen ist jetzt ein guter Zeitpunkt, um die Isolations- und Quarantäneregeln zu lockern», sagte Ärztepräsident Klaus Reinhardt den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Freitag). Die von
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) vorgeschlagene
Verkürzung sei ein pragmatischer Schritt, um einen Stillstand des öffentlichen Lebens zu verhindern und die Personalsituation gerade in Gesundheits- und Pflegeberufen etwas zu entspannen.

Nach einem Vorschlag des Bundesgesundheitsministeriums und des Robert Koch-Instituts (RKI) könnten die Absonderungen für Infizierte und für Kontaktpersonen von Infizierten auf fünf Tage verkürzt und nicht mehr streng gehandhabt werden. Auch die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) begrüßte die Pläne, zu denen zunächst noch die Länder Stellung nehmen können. Von Patientenschützern kamen dagegen Warnungen.

Der gesundheitspolitische Sprecher der Union im Bundestag, Tino Sorge (CDU), unterstützt die Pläne ebenfalls. «Die Verkürzung auf fünf Tage ist sinnvoll. Immerhin resultieren die Engpässe etwa in Kliniken und Praxen zurzeit vor allem aus der Quarantäne zahlreicher Mitarbeiter – nicht etwa aus einer hohen Zahl schwerer Fälle», sagte der CDU-Politiker der «Welt». Einige Quarantäne-Regelungen stammten aus einer Zeit, als damals wenig bekannte und zugleich deutlich gefährlichere Virusvarianten vorherrschten.

(dpa)

Höhepunkt der aktuellen Corona-Welle wahrscheinlich erreicht

11:08
01.04.2022
Der Höhepunkt der aktuellen Corona-Welle ist nach Einschätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) wahrscheinlich erreicht oder sogar schon überschritten. Der weitere Pandemieverlauf hänge aber nach wie vor davon ab, ob sich größere Teile der Bevölkerung auch bei Lockerungen staatlich angeordneter Maßnahmen weiterhin umsichtig und rücksichtsvoll verhielten, schreibt das RKI in seinem Wochenbericht von Donnerstagabend. Eine Rolle spiele auch der Umfang, in dem Kontakte zunehmen.

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz war zuletzt deutlich gesunken, von 1758,4 am vergangenen Samstag auf 1586,4 am Freitag (Vortag: 1625,1; Vormonat: 1213,0). Mit Blick auf einen Wochenvergleich schreibt das RKI: «Der Gipfel der Welle ist wahrscheinlich erreicht, der Infektionsdruck bleibt aber mit mehr als 1,5 Millionen innerhalb einer Woche an das RKI übermittelten Covid-19-Fällen weiterhin sehr hoch.»

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 252 530 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen von Freitag hervor. Vor einer Woche waren es 296 498 Ansteckungen.

Bei den Werten ist zu berücksichtigen, dass einzelne Länder nicht an jedem Wochentag Daten melden, am Wochenende zum Beispiel Baden-Württemberg und Brandenburg nicht. Das wiederum führt zu Nachmeldungen an Folgetagen. Ein Vergleich von Tageswerten wird damit zunehmend schwierig. Zudem gehen Experten seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus - wegen überlasteter Gesundheitsämter und weil nicht alle Infizierte einen PCR-Test machen lassen. Nur diese zählen in der Statistik.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 304 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 288 Todesfälle. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 21 357 039 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Unterdessen ist der seit Wochen wachsende Anteil des Omikron-Subtyps BA.2 in einer Stichprobe laut Bericht weiter angewachsen: nach den jüngsten verfügbaren Daten für vorletzte Woche auf rund 81 Prozent (Woche zuvor: rund 73 Prozent). Der aktuelle Wert dürfte also noch höher sein. Die Ausbreitung von BA.2 galt als ein Treiber der aktuellen Welle. Der Subtyp ist wohl besser übertragbar als der zuvor vorherrschende.

Bei den Altersgruppen beobachtet das RKI weiter unterschiedliche Entwicklungen: Rückläufig sei die Inzidenz im Wochenvergleich bei Jüngeren zwischen 15 und 34 Jahren, jedoch steigend bei Älteren zwischen 60 und 85 Jahren. Eine weitere Zunahme habe es bei Ausbrüchen in Alten- und Pflegeheimen gegeben. Insbesondere Risikogruppen und hochaltrige Menschen ab 70 Jahren rief das RKI erneut dazu auf, sich mit der von der Ständigen Impfkommission (Stiko) empfohlenen zweiten Auffrischimpfung vor einer schweren Erkrankung zu schützen.

(dpa)

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