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Shanghai im "Ausnahmezustand": Neue Regelungen für Kinder

11:34
06.04.2022
In der schlimmsten Corona-Welle in China seit Beginn der Pandemie vor zwei Jahren steigt die Zahl der Infektionen weiter rasant. Die Gesundheitskommission in Peking meldete am Mittwoch mit mehr als 20 000 Fällen landesweit einen Höchststand. Die Mehrheit sind asymptomatische Fälle. Wegen der strikten Null-Covid-Politik in China gelten weiträumige Ausgangssperren in den Metropolen Shanghai, Changchun und Shenyang in Nordostchina, in denen insgesamt rund 38 Millionen Einwohner leben.

Große Empörung löste zuletzt die Praxis aus, dass kleine Kinder von ihren Eltern getrennt werden, was in China lebende ausländische Familien auch sehr beunruhigt. Nach den Protesten kündigte die Stadtregierung von Shanghai am Mittwoch an, dass dort nicht infizierte Eltern beantragen könnten, Kinder, die besondere Unterstützung bräuchten, in die Isolation begleiten zu dürfen. Unklar blieb aber, ob sich die Regelung nur auf Kinder beschränkt, die spezielle Betreuung brauchen.

(dpa)

Lauterbach übernimmt Verantwortung für Kehrtwende bei Isolation

11:18
06.04.2022
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat die Kehrtwende bei den künftigen Corona-Isolationsregeln auf die eigene Kappe genommen. Das zunächst geplante Ende einer amtlich angeordneten Isolationspflicht für Infizierte sei «ein Fehler, für den ich auch persönlich verantwortlich bin», sagte der SPD-Politiker am Mittwoch in Berlin. Die Reaktionen darauf hätten ihn davon überzeugt, dass dies «psychologisch das falsche Signal» senden und als Schritt der Lockerung verstanden würde. Daher solle es bei der Isolationspflicht bleiben. Ein neuer Vorschlag dazu solle jetzt an die Länder gehen.

Lauterbach sagte, wenn man sehe, dass Vorschläge nicht funktionieren, müsse man sie zurücknehmen und nicht stur dabei bleiben. Daher habe er die Rücknahme der Vorschläge auch noch in der Nacht auf Twitter mitgeteilt. Er habe es nicht laufen lassen, sondern so schnell wie möglich beenden wollen. In der ZDF-Sendung «Markus Lanz» am späten Dienstagabend hatte Lauterbach angekündigt, dass es die erst kurz zuvor zum 1. Mai angekündigte freiwillige Isolation von Corona-Infizierten nicht geben werde. Bleiben solle aber eine verkürzte Isolation von fünf Tagen.

Kanzler Olaf Scholz (SPD) habe er natürlich darüber informiert, es sei aber seine eigene Entscheidung gewesen. Eine Frage, ob er an Rücktritt gedacht habe, verneinte Lauterbach.

(dpa)

Land erfährt von Lauterbachs Zurückrudern über Fernsehen und Twitter

09:59
06.04.2022
Baden-Württembergs Gesundheitsministerium hat verstimmt auf die geänderte Isolationsregel des Bundes reagiert. «Wir nehmen die kurzfristige Volte des Bundesgesundheitsministers, von der wir via Talkshow und Twitter erfahren haben, zur Kenntnis», sagte eine Sprecherin am Mittwoch auf Anfrage.

Erst am Montag hätten Bund und Länder einen einstimmigen Grundsatzbeschluss über das weitere Vorgehen bei Quarantäne und Absonderung ab dem 1. Mai getroffen.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach müsse nun für die Gesundheitsministerkonferenz am Montag kommender Woche einen praktikablen Vorschlag vorlegen. Dieser müsse vor allem die Erkenntnisse der Gesundheitsämter und Fachleute berücksichtigen, sagte die Sprecherin. Sie forderte eine «faktenbasierte, geordnete Debatte».

Geplant war eigentlich, dass Corona-Infizierte und Kontaktpersonen ab 1. Mai in der Regel nur noch freiwillig und für kürzere Zeit in Isolierung oder Quarantäne müssen. Lauterbach hatte dies am Dienstagabend aber als falsch bezeichnet. «Die Beendigung der Anordnung der Isolation nach Corona-Infektion durch die Gesundheitsämter zugunsten von Freiwilligkeit wäre falsch und wird nicht kommen», schrieb der SPD-Politiker am Mittwoch auf Twitter. Eine Änderung entlaste zwar die Gesundheitsämter, das Signal sei aber «falsch und schädlich».

Es ist ein weiteres Kapitel im Hin und Her um die Isolation: Landesgesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) hatte Lauterbach vor kurzem aufgefordert, Ende April den Wechsel von der pandemischen in die endemische Phase einzuläuten. Das Coronavirus würde dann wie das Grippevirus eingestuft, es gäbe kaum Tests und keine vorgeschriebene Quarantäne mehr. Nach einem Rüffel durch Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) war er zurückgerudert. Wegen des Vorgangs will die Opposition am Donnerstag im Landtag auch über die Entlassung Luchas abstimmen lassen. Nach der Einigung der Gesundheitsminister auf den 1. Mai, ist es nun eine weitere Kursänderung.

dpa

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