Das geplante Ende der Isolationspflicht für Corona-Infizierte wird in der Unionsfraktion im Bundestag unterschiedlich aufgenommen.
Ihr gesundheitspolitischer Sprecher Tino Sorge (CDU) begrüßte den zum 1. Mai geplanten Schritt. «Wir haben als Union schon vor einigen Tagen gesagt, wir müssen genau hinschauen, dass wir uns Überlastungssituationen in vielen Bereichen nicht dadurch quasi produzieren, dass die Menschen durch starre Quarantäneregelungen zuhause bleiben», sagte er am Dienstag im ZDF-«Morgenmagazin».
Es gebe viele milde und symptomlose Verläufe. «Wer sich krank fühlt, soll zuhause bleiben. Aber nicht, dass wir ständig anlasslos testen.» Gleichzeitig müsse in bestimmten Bereichen genau hingeschaut werden, «damit eben risikobehaftete, ältere Menschen dadurch nicht gefährdet werden».
Kritik kam hingegen vom Gesundheitspolitiker Stephan Pilsinger (CSU). Die Pläne zur Abschaffung der Isolationspflicht bezeichnete er als «reichlich absurd». Es sei nicht sinnvoll, dass Infizierte weiter herumlaufen und andere Menschen anstecken könnten, sagte er dem Bayerischen Rundfunk.
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hatte am Montag verkündet, dass für Menschen mit einer Corona-Infektion ab dem 1. Mai nur noch eine «dringende Empfehlung» für eine fünf Tage lange Isolation gelten soll. Kontakte sollten demnach gemieden werden, eine Anordnung vom Gesundheitsamt sei aber nicht mehr vorgesehen. Ausgenommen davon seien Beschäftigte in Gesundheits- oder Pflegeeinrichtungen.