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Novalis-Experte: Romantiker sind nicht schuld an deutscher Impflücke

05:33
26.04.2022
Der Literaturwissenschaftler Herbert Uerlings hat davor gewarnt, die relativ niedrige Impfquote in Deutschland auf die Tradition der Romantik zurückzuführen. «Die Romantik als angebliches deutsches Verhängnis ist ein Klischee», sagte Prof. Uerlings anlässlich des Novalis-Jubiläumsjahrs. Man dürfe romantische Dichter wie Novalis nicht als Etikett oder Stichwortgeber benutzen, um über einen vermeintlichen «Nationalcharakter der Deutschen» zu sinnieren.

Der Literaturkritiker Volker Weidermann hatte Ende Dezember in der «Zeit» geschrieben, Novalis sei «schuld an der deutschen Impflücke» und an der «deutschen Liebe zum Irrationalismus». Der bei Anthroposophen besonders beliebte Dichter galt lange Zeit als todessüchtiger Schwärmer und mystisch entrückter Poet der Liebe, der die Aufklärung wieder verabschiedet habe.

Friedrich von Hardenberg, der sich Novalis nannte, wurde vor 250 Jahren (2.5.1772) im Mansfelder Land geboren. In seinem Roman «Heinrich von Ofterdingen» machte er die «blaue Blume» zum Symbol der romantischen «Sehnsucht nach dem Unendlichen». Mit nur 28 Jahren starb er 1801 in Weißenfels (Sachsen-Anhalt).

Die historisch-kritische Edition des Nachlasses ermöglichte in den vergangenen Jahrzehnten einen neuen Blick auf Novalis. «In der utopischen Kraft seines Denkens liegt eine Bedeutung für uns heute», meint Uerlings, der an der Universität Trier lehrt. Novalis habe gedanklich alle Grenzen überschritten, um der «dialogischen und republikanischen Vernunft zur Wirklichkeit zu verhelfen».

(dpa)

Bundesweite Corona-Inzidenz auf 909,1 gestiegen

04:05
26.04.2022
Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ist im Vergleich zum Vortag deutlich angestiegen. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche am Dienstagmorgen mit 909,1 an. Am Vortag hatte der Wert bei 790,8 gelegen. Vor einer Woche lag die bundesweite Inzidenz bei 669,9 (Vormonat: 1758,4). Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 136 798 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.00 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche waren es 22 483 registrierte Ansteckungen.

Bei den Werten ist zu berücksichtigen, dass einzelne Länder nicht an jedem Tag der Woche Daten melden, am Wochenende zum Beispiel Baden-Württemberg, Niedersachsen, Brandenburg und Sachsen nicht oder nicht vollständig. Das wiederum führt zu Nachmeldungen an Folgetagen. Ein Vergleich von Tageswerten wird damit zunehmend schwierig. Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus - wegen überlasteter Gesundheitsämter und weil nicht alle Infizierte einen PCR-Test machen lassen. Nur diese zählen in der Statistik.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 304 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es sieben Todesfälle. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 24 337 394 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken gekommenen Corona-infizierten Patienten je 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Montag mit 5,04 an (Freitag 4,52). Auch hierbei gibt es Tage mit lückenhaften Meldungen. Am Wochenende gibt das RKI keine Hospitalisierungsrate an. In dem Wert erfasst sind auch viele Menschen mit positivem Corona-Test, die eine andere Haupterkrankung haben.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI am Dienstag mit 21 665 200 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 134 489.

(dpa)

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