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Amtsärzte: Corona-Zahlen wohl doppelt so hoch

04:16
21.04.2022
Die Amtsärzte gehen davon aus, dass die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Deutschland doppelt so hoch ist wie offiziell ausgewiesen. «Wir rechnen mit einer Dunkelziffer mal zwei, was die gemeldeten Corona-Fälle angeht», sagte der Vorsitzende des Bundesverbandes der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes, Johannes Nießen, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Donnerstag). «Die genaue Zahl kennen wir nicht, aber nach zwei Jahren Pandemie können wir ungefähr abschätzen, wie sich die Dunkelziffer entwickelt.»

Ähnlich hatte sich Ende März Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) geäußert. Er rechnet damit, dass die Zahl der tatsächlichen Neuinfektionen mehr als doppelt so hoch ist als bekannt. Experten führen die hohe Dunkelziffer unter anderem darauf zurück, dass viele Gesundheitsämter überlastet sind und längst nicht alle Infizierten einen PCR-Test machen lassen. Nur diese zählen in der Statistik.

Auch Nießen verwies darauf, dass nicht mehr alle positiven Schnelltests mit einem PCR-Test überprüft würden. «Zudem beobachten wir einen lockereren Umgang mit Corona, nicht alle mit Erkältungssymptomen lassen sich auf Corona testen, Geimpfte testen sich kaum noch und 3G gilt nur noch in wenigen Bereichen. Das führt dazu, dass das Dunkelfeld größer wird», sagte er. Das Robert Koch-Institut (RKI) hatte die Sieben-Tage-Inzidenz am Mittwoch mit 688,3 angegeben, die Zahl der Neuinfektionen innerhalb eines Tages mit 198 583.

Unionsfraktionsvize Sepp Müller brachte eine geänderte Meldestrategie für Neuinfektionen ins Gespräch. «Meiner Meinung nach würde eine Status-quo-Meldung pro Woche während des Sommers ausreichen», sagte Müller dem RND. «Seit zwei Jahren sind die Gesundheitsämter über dem Limit dessen, was sie leisten können. Die Bundeswehr verlängert ihre Amtshilfe nicht mehr, was ich nachvollziehen kann.» Eine wöchentliche Meldung während des Sommers würde die Ämter entlasten.

Schon heute ist es so, dass einzelne Bundesländer nicht an jedem Wochentag Daten melden, am Wochenende zum Beispiel Baden-Württemberg, Niedersachsen, Brandenburg und Sachsen nicht oder nicht vollständig. Das wiederum führt zu Nachmeldungen an Folgetagen. Ein Vergleich von Tageswerten wird damit zunehmend schwierig.

(dpa)

Kapitel

Mittwoch, 20. April

Sieben-Tage-Inzidenz steigt nach deutlichem Rückgang wieder leicht

18:32
20.04.2022
Nach dem deutlichen Rückgang über die Osterfeiertage ist die im Südwesten erfasste Sieben-Tage-Inzidenz am Mittwoch wieder gestiegen. Das Landesgesundheitsamt (LGA) in Stuttgart meldete 678,7 Neuansteckungen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen - das war ein Plus von 30,1 im Vergleich zum Vortag, aber auch ein Drittel weniger als der Wert aus der Vorwoche.

Die tatsächlichen Ansteckungszahlen in Baden-Württemberg dürften allerdings deutlich höher liegen als die veröffentlichten Werte. Das Robert Koch-Institut geht davon aus, dass die Fälle wegen deutlich weniger Tests und Corona-Meldungen am Osterwochenende nicht komplett erfasst wurden.

Insgesamt sind in Baden-Württemberg seit Beginn der Pandemie nach LGA-Angaben 3 374 608 Corona-Fälle nachgewiesen worden. Die Zahl der gemeldeten Todesfälle im Zusammenhang mit Corona stieg gegenüber Donnerstag vergangener Woche um 40 auf 15 591.

(dpa)

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