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DGB warnt vor Lockerung bei Corona-Quarantäne

06:54
02.04.2022
Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat die erwogene Lockerung der Quarantäne-Regelungen bei einer Corona-Infektion heftig kritisiert. «Mit diesem Vorschlag würde die Bundesregierung die Bekämpfung des Infektionsgeschehens faktisch aus der Hand geben», sagte DGB-Vorstandsmitglied Anja Piel der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Das Bundesgesundheitsministerium und das Robert Koch-Institut (RKI) hatten vorgeschlagen, dass die Absonderungen für Infizierte und für Kontaktpersonen von Infizierten auf fünf Tage verkürzt und nicht mehr streng gehandhabt werden. Empfohlen werden soll, freiwillig Kontakte zu reduzieren und - beginnend nach fünf Tagen - wiederholt Tests oder Selbsttests zu machen. Die Länder können bis zu diesem Montag Stellung zu dem Vorschlag nehmen.

Piel sagte, die Koalition dürfe sich nicht aus der Verantwortung stehlen und den Infektionsschutz damit zur Privatsache machen. «Zusammen mit dem Ende der Maskenpflicht wäre das Ergebnis verheerend: Personen mit besonderem Risiko einer schweren Erkrankung könnten sich beim Einkauf im Supermarkt dann nicht einmal darauf verlassen, dass sich keine nachweislich Corona-Infizierten im Laden befinden», sagte Piel.

Bereits an diesem Samstag ist in den meisten Bundesländern der letzte Tag mit allgemeinen Maskenpflichten etwa im Supermarkt und mit anderen Corona-Vorschriften wie etwa Zugangsregeln. Grund ist das vom Bund geänderte Infektionsschutzgesetz. Nur in Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg gelten die Maskenpflichten noch, diese Länder haben die vom Gesetz noch eröffnete Möglichkeit zu Hotspot-Regeln ergriffen. Die anderen Länder hatten diese Regeln als rechtsunsicher abgelehnt.

«Ein Ende der Isolationspflicht riskiert, dass die Betriebe selbst zu Infektionsbeschleunigern werden», so die Gewerkschafterin. Die Arbeitgeber müssten auch weiterhin den Schutz vor Corona-Infektionen am Arbeitsplatz sicherstellen. Schon allein deshalb müsse verhindert werden, dass nachweislich Infizierte zur Arbeit erscheinen und ihre Kolleginnen und Kollegen anstecken. Sie forderte den Bund auf, auch weiterhin für Verdienstausfälle zu bezahlen, die den Beschäftigten durch Isolation entstehen.

(dpa)

Chefin von Marburger Bund für Maskenpflicht in Innenräumen

06:53
02.04.2022
Die Chefin der Ärztegewerkschaft Marburger Bund, Susanne Johna, dringt in der Corona-Pandemie auf die Beibehaltung der Maskenpflicht in Innenräumen. «Dass jetzt - bei diesem Infektionsgeschehen - in vielen Geschäften keine Maskenpflicht mehr gilt, halte ich aus medizinischer Sicht für falsch», sagte Johna dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Samstag). «Gerade in Supermärkten und Restaurants sind Masken weiterhin von großer Bedeutung, um Infektionen einzudämmen.» Sie könne nur an die Länder appellieren, die Maskenpflicht in möglichst vielen Bereichen beizubehalten. Die FFP2-Masken hätten sich neben der Impfung als sehr probates Mittel zur Pandemiebekämpfung herausgestellt.

In den meisten Bundesländern gehen am Samstag zahlreiche Alltagsauflagen zur Eindämmung der Pandemie zu Ende. Nach dem geänderten bundesweiten Infektionsschutzgesetz ist mit Tagesablauf eine Übergangsfrist für bisherige Maßnahmen vorbei - etwa breit angelegte Maskenpflichten in Innenräumen oder Zugangsregeln nur für Geimpfte und Genesene. Ab Sonntag sind in den meisten Ländern nur noch wenige allgemeine Vorgaben zu Masken etwa in Praxen, Kliniken, Pflegeheimen, Bussen und Bahnen sowie Tests in Schulen möglich.

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz war zuletzt auf 1586,4 gemeldete Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche gesunken. Binnen eines Tages gab es 252 530 Neuinfektionen sowie 304 Todesfälle. Es lassen sich aber nicht mehr alle Infizierten PCR-Testen und werden damit auch nicht registriert, zudem kommen einige Gesundheitsämter mit den Meldungen an das Robert Koch-Institut (RKI) nicht hinterher. Der Höhepunkt der aktuellen Welle ist nach RKI-Einschätzung aber wahrscheinlich erreicht oder überschritten.

Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gerald Gaß, warnte vor einer nächsten Welle, sollte die Verabschiedung einer allgemeinen Impfpflicht in der kommenden Woche scheitern. Nur eine möglichst hohe Impfquote werde die Gefahr einer Kliniküberlastung bannen, sagte Gaß den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Samstag). «Ohne eine hohe Impfquote laufen wir Gefahr, dass sich in diesem Herbst das vergangene Jahr wiederholt und wir in die nächste Welle geraten.»

(dpa)

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