Der Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen hat mit Blick auf das Ende zahlreicher Corona-Beschränkungen in Deutschland ab diesem Sonntag zu weiterer Wachsamkeit aufgerufen. «Mehr Freiheit sollte im Umkehrschluss nicht weniger Vorsicht heißen», sagte der Bundestagsabgeordnete der Deutschen Presse-Agentur. «Selbst- und Fremdschutz sollten uns allen auch im Frühling wichtig sein.» Er rechne damit, dass die Eindämmung der aktuellen Omikron-Welle erst nach Ostern gelingen werde.
Dahmen appellierte an die Länder, von der Hotspot-Regel Gebrauch zu machen, die weitergehende Schutzmaßnahmen ermöglicht. «Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern gehen mit gutem Beispiel voran.» Auch für Länder wie Bayern wäre eine Anwendung aber ratsam, «denn dort droht aufgrund zahlreicher Personalausfälle und isolationspflichtiger Patienten ebenfalls eine Überlastung des Gesundheitssystems».
Nach dem geänderten Infektionsschutzgesetz sind den Ländern ab Sonntag nur noch wenige allgemeine Schutzvorgaben etwa zu Masken in Kliniken, Pflegeheimen, Bussen und Bahnen sowie Tests beispielsweise in Schulen möglich. Weitergehende Auflagen auch mit Maskenpflichten etwa in Geschäften oder Schulen können sie in regionalen Hotspots verhängen, wenn das Landesparlament für diese eine drohende kritische Corona-Lage feststellt. Von den 16 Ländern machen davon aber vorerst nur Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg Gebrauch. In Berlin liefen die meisten bisherigen Beschränkungen schon am Donnerstag aus.