Letztes Update:
20230212065427

05:29
12.02.2023
Nach Einschätzung des Psychologen Jürgen Margraf spielt ein Gewöhnungseffekt im Westen dem russischen Präsidenten Wladimir Putin in die Hände. "Als die russischen Truppen vor einem Jahr in die Ukraine vorrückten und die ersten Raketen einschlugen, waren wir alle schockiert", sagt Margraf der Deutschen Presse-Agentur. Er erinnert an die großen Demonstrationen, die es nach dem Beginn des Angriffskriegs am 24. Februar 2022 gegeben hatte. Inzwischen sei jedoch fast schon Normalität eingekehrt. Margraf, Humboldt-Professor und Leiter des Forschungs- und Behandlungszentrums für Psychische Gesundheit an der Universität Bochum, gilt als einer der führenden Angstforscher.
Es sei wissenschaftlich nachgewiesen, dass starke Gefühle aufgrund eines besonders positiven oder auch besonders negativen Erlebnisses nach einer gewissen Zeit wieder abklängen, sagt Margraf. "Man gewöhnt sich in den meisten Fällen auch an die ganz schlimmen Katastrophen im Leben. Nach einer gewissen Zeit ist man wieder auf dem Ausgangsniveau - egal was sich vorher ereignet hat." Dieser Mechanismus wirke auch in Bezug auf den Krieg.

02:02
12.02.2023
Bundesinnenministerin Nancy Faeser mahnt eine bessere Verteilung von ukrainischen Geflüchteten in Europa an. "Sollte es eine weitere große Fluchtbewegung aus der Ukraine geben, müssen die Flüchtlinge in Europa besser verteilt werden", sagt die SPD-Politikerin der Bild am Sonntag. Dabei sollten besonders die osteuropäischen Nachbarn entlastet werden. "Polen hat bislang über 1,5 Millionen ukrainische Flüchtlinge aufgenommen, Spanien 160.000. Das kann nicht so bleiben." In den vergangenen Monaten habe man allerdings nicht gesehen, dass mehr Menschen aus der Ukraine flüchteten, wenn die Kämpfe zunähmen.

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