Kremlgegner Michail Chodorkowski setzt sich mit anderen Dissidenten für einen Staatsumbau und Machtwechsel in Moskau ein. Dabei gehe es nicht um eine Zerschlagung Russlands, sondern um ein föderales Modell, sagt Chordorkowski, der nach Kritik an Präsident Wladimir Putin verurteilt wurde und mehrere Jahre in einem Straflager verbrachte, im Interview mit der Schweizer Zeitung Blick. Dies würde er auch auf der kommenden Münchner Sicherheitskonferenz betonen. Zudem ermuntert er den Westen, u.a. russische Fachkräfte abzuwerben und ihnen die Niederlassung in westlichen Ländern zu erleichtern, um Russland zu schwächen.
Ein Weg für einen Umbau sei das jugoslawische Modell, bei dem man Russland in mehrere Staaten aufteilen würde. Das sei jedoch gefährlich und könnte zu nuklearen Konflikten und neuen Diktaturen führen. Der Kremlgegner befürworte den Weg des kompletten Neuaufbaus und die Entwicklung zu einem parlamentarischen und föderalistischen Modell, ähnlich wie die Schweiz. Die russischen Eliten müssten überzeugt werden, dass sie sich von der Regierung abwenden können, "ohne dass ihnen der Kopf abgehauen wird", sagt er. Russland befinde sich in der Entwicklung zurzeit da, wo Deutschland kurz nach Ende des Zweiten Weltkrieges gestanden hat.