Der Vorsteher des weltberühmten Höhlenklosters in Kiew, Pawel Lebed, wirft dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj Druck auf die orthodoxen Christen vor. "Uns reicht es, dass der Feind gegen unsere Leute schlägt, uns reicht das Elend und die Trauer, wenn die Menschen in der Kälte und ohne Licht hungern", sagt Lebed in einer an Selenskyj gerichteten Videobotschaft. Der Mietvertrag für die Klosteranlage läuft Ende des Monats aus; Lebed bat darum, die Gläubigen nicht rauszuwerfen.
Die ukrainisch-orthodoxe Kirche des Moskauer Patriarchats hat sich zwar nach dem russischen Einmarsch vom Februar deutlich von Moskau distanziert. Ihr Verbot wird von Nationalisten jedoch seit langem gefordert. Stattdessen solle die 2018 mit staatlicher Unterstützung gegründete Orthodoxe Kirche der Ukraine gefördert werden. Sie übernimmt nun auch die Anlagen im Höhlenkloster. Selenskyj hat religiöse Organisationen mit Verbindungen zu Russland verboten. Zuletzt gab es auch Razzien, darunter im Hauptheiligtum der orthodoxen Kirche, dem Höhlenkloster.