Zu Heiligabend verurteilen Vertreter der beiden großen christlichen Kirchen in Deutschland Krieg und Gewalt, betonen aber zugleich aber das Recht der Ukraine, sich gegen die russischen Angriffe zu verteidigen. Die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Annette Kurschus, sagte, die Weihnachtsbotschaft vom Frieden sei selten so nötig gewesen wie zum Ende dieses Jahres. "Keine Waffe wird den Frieden schaffen", sagte sie im WDR5-Morgenecho. Die Ukraine mit Waffen gegen den russischen Angriffskriegs zu unterstützen, bleibe aber weiterhin richtig. Das Gebot "Du sollst nicht töten" bedeute auch, man dürfe nicht zusehen, wie unschuldige und wehrlose Menschen mitten in Europa getötet werden.
Der Erzbischof von München und Freising, Reinhard Marx, sagte laut vorab verbreitetem Redemanuskript an Heiligabend im Münchner Liebfrauendom, zwar gebe es wie jetzt in der Ukraine eine gerechtfertigte Verteidigung, sogar mit Waffen. Der Krieg dürfe aber nicht das letzte Wort behalten: "Jede Kriegsrhetorik, die die Opfer auf allen Seiten relativiert, widerspricht der weihnachtlichen Botschaft."