Zwei Monate lang hat Pawel Filatjew als russischer Soldat den Krieg in der Ukraine unter ständiger Todesgefahr und militärischer Führungslosigkeit erlebt. Sein Entsetzen hat er schon im Sommer im Frontbericht "ZOV. Der verbotene Bericht. Ein Fallschirmjäger packt aus" auf Russisch gratis im Internet geteilt - und damit international für Furore gesorgt. Nun erscheint das brisante Buch mit Einblicken in den Kriegsalltag und in die von Korruption und Vetternwirtschaft geprägten Militärstrukturen auf Deutsch mit demselben Titel.
Dem 34-Jährigen, der in Frankreich Asyl hat und seinen Aufenthaltsort geheim hält, droht in seiner Heimat lange Haft wegen Diffamierung der russischen Streitkräfte. So schreibt Filatjew an einer Stelle beispielsweise: Die Kreml-Armee sei "technisch hoffnungslos veraltet und moralisch verrottet". Mit seinem Zeitdokument will der Ex-Soldat so viele Russen wie möglich über die Sinnlosigkeit des Krieges aufklären - und sie bestenfalls dazu bringen, dagegen aufzustehen.