Das Europa-Büro der Weltgesundheitsorganisation WHO sorgt sich wegen jüngster russischer Angriffe und des nahenden Winters um die Gesundheitsversorgung der Menschen in der Ukraine. Die Angriffe auf Kiew, Dnipro und andere Städte im ganzen Land hätten die weltweite Aufmerksamkeit erneut auf den Überlebenskampf der ukrainischen Zivilbevölkerung und des dortigen Gesundheitssystems an sich gerichtet, sagt der WHO-Regionaldirektor Hans Kluge auf einer Online-Pressekonferenz in Kopenhagen. "Die Eskalation der humanitären Notlage erfordert eine Eskalation der humanitären Hilfe."
Zu viele Menschen in der Ukraine lebten in prekären Verhältnissen und müssten von Ort zu Ort ziehen, häufig ohne Zugang zu Heizungen, sagt Kluge. Dies könne zu Frostbeulen, Unterkühlungen, Lungenentzündungen sowie Schlaganfällen und Herzinfarkten führen. "Der kommende brutale Winter könnte sich als besonders gefährlich für gefährdete Menschen erweisen", warnt Kluge. Die WHO werde weiter vor Ort bleiben und langfristig Unterstützung leisten.