Letztes Update:
20220626020127

11:51
24.06.2022
Der Kreml macht für einen möglichen EU-Beitritt der Ukraine und der Republik Moldau zur Bedingung, dass sich deren Beziehungen gegenüber Russland nicht weiter verschlechtern. Zwar sei die Verleihung des Kandidatenstatus an die beiden Ex-Sowjetrepubliken zunächst eine "innereuropäische Angelegenheit", sagt Kremlsprecher Dmitri Peskow der Nachrichtenagentur Interfax zufolge. "Für uns ist es sehr wichtig, dass diese Prozesse weder uns noch den Beziehungen mit den genannten Ländern noch mehr Probleme bescheren."
Zudem müsse sichergestellt werden, nicht die Beziehungen zwischen Russland und der EU weiter verschlechterten, sagt Peskow. "Sie sind auch so schon reichlich verdorben." Er kritisiert in diesem Zusammenhang auch die moldauische Führung: Diese versuche, um den Kandidatenstatus zu rechtfertigen, Maßnahmen gegen Russland zu ergreifen. "Ihnen scheint wohl, je russenfeindlicher sie sind, umso mehr müssten sie den Europäern gefallen", so Peskow. 

11:41
24.06.2022
Nach dem Erhalt des EU-Kandidatenstatus spricht der ukrainische Präsident Selenskyj von einem Wendepunkt für sein Land. "Die Ukraine ist keine Brücke, kein Polster zwischen dem Westen und Russland, kein Puffer zwischen Europa und Asien, keine Einflusssphäre, keine graue Zone, kein Transitland", sagt der 44 Jahre alte Staatschef in einer veröffentlichten Videoansprache. Die Ukraine sei ein "zukünftiger gleichrangiger Partner für mindestens 27 EU-Länder." Die Ukraine sei kein "Drittland" mehr, sondern werde Mitglied der Europäischen Union.
Im selben Video spricht Parlamentschef Ruslan Stefantschuk davon, dass diese Entscheidung die Geschichte ändern werde. "Wir können die Geografie nicht ändern. Russland wird weiter unser Nachbar bleiben", sagt er. Doch habe die Geschichte in diesem Fall die Geografie besiegt. Regierungschef Denys Schmyhal betont anschließend die neuen Perspektiven der Ukraine durch ihren Status als Beitrittskandidat: Kiew erhalte nun "Zugang zu neuen finanziellen Hilfsprogrammen der EU". Er weckt Hoffnungen auf neue Investitionen und Arbeitsplätze. 

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