CDU-Chef Friedrich Merz fordert von der Bundesregierung einen entschlosseneren Kurs in der neuen Sicherheitslage wegen des russischen Krieges gegen die Ukraine ein. Er sehe, dass die Koalition dem selbst gesetzten Anspruch, eine "Zeitenwende" zu gestalten, nicht ausreichend nachkomme, sagt der Vorsitzende der Unionsfraktion dem Magazin "Der Spiegel". "Das Wort steht mittlerweile ohne Konsequenzen und beziehungslos im Raum." Kanzler Olaf Scholz (SPD) halte die Flughöhe nicht, die er am 27. Februar mit seiner Regierungserklärung nach Kriegsbeginn eingenommen habe.
Merz räumt ein: "Die aktuelle Situation ist für einen Bundeskanzler wahrscheinlich die zweitgrößte Herausforderung, vor der er überhaupt stehen kann, nach einem Krieg auf dem eigenen Territorium". Gerade deshalb erlaube er sich, auf die eine oder andere Schwäche und Unklarheit hinzuweisen. Das sei seine Aufgabe als Oppositionsführer.