Letztes Update:
20220524122448

12:22
24.05.2022
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen zieht mit Blick auf den russischen Umgang mit Getreide in der Ukraine Parallelen zur Sowjetzeit. "In der von Russland besetzten Ukraine konfisziert die Armee des Kremls die Getreidebestände und Maschinen", sagte die deutsche Politikerin n Davos. "Das erinnert einige an eine dunkle Vergangenheit – die Zeiten der sowjetischen Beschlagnahme der Ernten und der verheerenden Hungersnot der 1930er Jahre."
Moskau setze nicht nur die Energieversorgung als Waffe ein, bei der Ernährungssicherheit zeichne sich ein ähnliches Muster ab. Russland bombardiere bewusst Getreidelager in der Ukraine und blockiere ukrainische Schiffe mit Weizen und Sonnenblumenkernen im Schwarzen Meer. Hinzu komme, dass Russland eigene Lebensmittel "als eine Form der Erpressung" horte. Lieferungen seien gestoppt worden, um die Weltmarktpreise steigen zu lassen, und Weizen werde gegen geopolitische Unterstützung gehandelt. "Dahinter steckt nur ein Gedanke: Russland nutzt Hunger und Getreide, um Macht auszuüben", so von der Leyen.

11:56
24.05.2022
Der deutsche Astronaut Matthias Maurer (52) hat aus dem Weltall den Krieg in der Ukraine sehen können. "Am Anfang war es so, dass das Land nachts ganz dunkel wurde, also die ganze Beleuchtung der Städte wurde reduziert. Man hat eigentlich nur noch Kiew erkannt, und außenrum das ganze Land war ganz dunkelschwarz", sagt Maurer im ARD-"Morgenmagazin". Dann habe er nachts Blitze gesehen - und er habe gewusst: "Da sind Raketen eingeschlagen." Tagsüber standen dann "riesige Rauchsäulen, tiefschwarze Rauchsäulen" über Städten wie Mariupol.

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11:15
24.05.2022
Die Deutschen versuchen einer Studie zufolge, den Krieg in der Ukraine weitgehend zu verdrängen. Nach einer kollektiven Schockstarre zu Kriegsbeginn Ende Februar werde zurzeit mit allen Kräften versucht, Normalität zu beschwören, sagt der Psychologe Stephan Grünewald, Gründer des Rheingold-Instituts, in Köln. "Das gelingt aber nur zum Teil. Der Krieg bleibt im Hintergrund immer präsent, vergleichbar mit einem Tinnitus, einem irritierenden Ohrgeräusch."
Der Studie liegen 130 tiefenpsychologische Interviews zugrunde. Zwölf Probanden wurden aktuell noch in der vergangenen Woche in Gruppeninterviews befragt. Die Schockstarre vom Anfang sei auf Dauer nicht durchzuhalten, sagt Grünewald der Deutschen Presse-Agentur. Deshalb werde nach dieser ersten Phase nun versucht, die Kriegswirklichkeit aus dem Alltag auszublenden. Viele Menschen hätten zum Beispiel Eilmeldungen auf dem Handy deaktiviert oder hörten gezielt nur noch jenen Experten zu, die die Kriegsgefahr relativierten.
"Man filtert die Wirklichkeit", folgert Grünewald. "Quer durch die Milieus haben die Menschen ihr Medienverhalten geändert. Viele boykottieren Nachrichten komplett, andere schauen nur noch Videotext, weil sie da nicht mit Bildern konfrontiert werden."

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