Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell dämpft Hoffnungen auf einen schnellen Durchbruch in den Verhandlungen über ein Öl-Embargo gegen Russland. "Wir tun unser Bestes, um die Blockade aufzuheben", sagt der Spanier bei einem Außenministertreffen in Brüssel mit Blick auf den Widerstand Ungarns gegen das geplante Einfuhrverbot für russisches Öl. Da es "ziemlich feste Positionen" gebe, könne er aber nicht garantieren, dass dies bei den Diskussionen gelinge.
Ungarn ist bisher nicht gewillt, das Projekt zu unterstützen. Das Land begründet dies mit seiner großen Abhängigkeit von russischen Öl-Lieferungen und den hohen Kosten für eine Umstellung auf andere Lieferanten. Zustimmen will Ungarn einem Embargo nur dann, wenn es von der EU milliardenschwere Beihilfen oder weitreichende Ausnahmeregelungen bekommt. Litauens Außenminister Gabrielius Landsbergis erhebt deswegen schwere Vorwürfe gegen die Regierung in Ungarn: "Die ganze Union wird von einem Mitgliedstaat in Geiselhaft gehalten."