Bei der
Aufnahme ukrainischer Waisenkinder warnt Bayerns Familienministerin Ulrike Scharf (CSU) den Bund vor einer
Überforderung der Jugendämter. Sie kritisiert, dass die Bundesregierung auch Waisenkinder, die mit Betreuungspersonen kämen, wie unbegleitete Minderjährige behandeln wolle. Damit seien generell Jugendämter und Jugendhilfe zuerst zuständig und hätten die Obhut über die Kinder. "Das ist eine glatte Überforderung. Sie schaffen das nicht", sagt Scharf.
"Die Jugendämter müssen dann entscheiden, wo kommt jetzt der Bus mit 20 Kindern und fünf Begleitpersonen hin. Das ist einfach
praktisch nicht umsetzbar", sagt die Ministerin. "Unsere Einrichtungen der Jugendhilfe sind auch nicht ausgelegt, eine so große Anzahl von Minderjährigen, zum Teil auch mit Behinderungen, unterzubringen." Dann müssten Gruppen getrennt werden. Das diene nicht dem Kindeswohl. Bundesfamilienministerin Anne Spiegel (Grüne) wirft sie vor, einen Beschluss der Bundesländer dazu zu ignorieren.