Der ehemalige Bundespräsident Joachim Gauck hat seine teils kritisierte Aussage verteidigt, man könne auch einmal frieren für die Freiheit. "Die Formulierung wirkte in der medialen Verkürzung ein bisschen zu salopp", sagte Gauck dem Südkurier. Er verkenne nicht die Ernsthaftigkeit des Problems. In der Diskussion um Energielieferungen aus Russland könne er "als ein politischer Realo" Bundeskanzler Olaf Scholz und Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck verstehen, wenn diese aus Sorge um die Wirtschaft und die soziale Stabilität einen sofortigen Importstopp ablehnten.
Es gebe in ihm aber auch "den Bürger und Mitmenschen, der hört eine andere Stimme", so Gauck weiter. "Das ist die Stimme der Menschen, die unter einem Angriffskrieg und unter mörderischen Verbrechen leiden. Bei ihnen ist nicht der Wohlstand bedroht, sondern das Leben." Er komme zu dem Schluss, dass die Bedrohung des Lebens bei ihm mehr zähle als die des Wohlstands.