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Italiens Außenminister zu russischer Getreide-Blockade: Todesurteil

13:42
08.06.2022
Italiens Außenminister Luigi Di Maio hat die Blockade ukrainischer Häfen durch die russische Marine scharf verurteilt. Moskau hindert die Ukraine derzeit daran, das in vielen Teilen der Welt dringend benötigte Getreide auszuschiffen. „Den Weizen zu blockieren bedeutet, Millionen von Kindern, Frauen und Männern als Geiseln zu nehmen und sie zum Tod zu verurteilen“, sagte Di Maio am Mittwoch bei einer Konferenz zur Ernährungssicherheit als Folge des Ukraine-Krieges. An dem Online-Treffen nahm neben Anrainerstaaten des Mittelmeerraumes auch Deutschland als G7-Vorsitzender teil.

Di Maio äußerte die Hoffnung, dass unter der Vermittlung der Türkei ein Ende der Blockade im Schwarzen Meer ausgehandelt werden könne und viele Staaten, unter anderem in Afrika, wieder mit Weizen und anderem Getreide beliefert werden können. „Wir erwarten von Russland klare und konkrete Signale“, sagte der Minister bei einer Pressekonferenz in Rom zusammen mit Qu Dongyu, dem Generaldirektor der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) der Vereinten Nationen.

Qu Dongyu warnte einmal mehr vor den dramatischen Auswirkungen des Krieges in der Ukraine, dem die Corona-Pandemie als andere globale Krise vorausgegangen war. Die Nahrungsmittelketten auf der Welt sind arg geschwächt oder sehr gefährdet. Der Chinese sagte: „Wir müssen die Krise als neuen Weckruf sehen.“ Die FAO fordert Staaten, Konzerne und Organisationen unter anderem auf, den Anbau, die Herstellung und die Verteilung von Lebensmitteln umzustellen, damit Menschen sicherer zu Nahrung kommen und lokale Erzeuger sowie Bauern gestärkt werden.

Denise Frommeyer

Putins traditionelle Fernseh-Audienz wird verschoben

12:54
08.06.2022
Die traditionelle TV-Bürgerfragestunde „Der direkte Draht“ von Russlands Präsident Wladimir Putin wird dieses Jahr nicht wie oft zuvor im Juni stattfinden. Die Vorbereitungen für das Ereignis liefen, einen konkreten Termin gebe es aber noch nicht, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Mittwoch der Agentur Interfax zufolge. Eine Austragung im Juni schloss er aber aus. In den vergangenen Jahren war die Fragestunde - bis auf eine Ausnahme im Covid-Jahr 2020 - immer im Juni veranstaltet worden.

„Der direkte Draht“ ist eine stundenlange Live-Sendung, in der die russischen Bürger dem Kremlchef ihre persönlichen Sorgen schildern können. Der TV-Marathon gibt Putin dabei die Möglichkeit, sich der Bevölkerung als fürsorglicher Landesvater zu präsentieren. Zumeist verspricht er den Anrufern oder Zuschauern, die jeweiligen Probleme - seien es ausstehende Gehaltszahlungen, Straßenreparaturen oder den fehlenden Anschluss an das Gasnetz - zu lösen. Es wurden in der Vergangenheit aber teilweise auch politische Fragen gestellt.

Unklar war, ob die Verzögerung mit Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine zusammenhängt, in dem die russische Armee Beobachtern zufolge deutlich schlechter vorankommt als geplant. Putin ist seit dem von ihm Ende Februar befohlenen Einmarsch ins Nachbarland nur selten öffentlich aufgetreten. In der vergangenen Woche noch hatte Peskow die Fernseh-Audienz des Kremlchefs auf ein zeitnahes Datum nach dem Internationalen Petersburger Wirtschaftsforum Mitte Juni terminiert.

Denise Frommeyer