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Merkel verurteilt russischen Angriff auf die Ukraine scharf

19:17
07.06.2022
Die frühere Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine scharf verurteilt. „Das ist ein brutaler, das Völkerrecht missachtender Überfall, für den es keine Entschuldigung gibt“, sagte Merkel am Dienstagabend in Berlin. Der Angriff sei von Russlands Seite ein großer Fehler.

Es sei nicht gelungen, eine Sicherheitsarchitektur zu schaffen, die den Krieg verhindert hätte, sagte Merkel. Die Ex-Kanzlerin stellte sich erstmals seit dem Ende ihrer Kanzlerschaft den Fragen eines Journalisten. Bei der vom Aufbau Verlag und dem Berliner Ensemble organisierten Veranstaltung bezog Merkel im Gespräch mit dem „Spiegel“-Reporter Alexander Osang Stellung beziehen. Osang hat Merkel mehrfach porträtiert.

Denise Frommeyer

Ukraine: Drei Tote im Charkiwer Gebiet durch russischen Beschuss

18:26
07.06.2022
Im ostukrainischen Gebiet Charkiw sind nach offiziellen Angaben mindestens drei Menschen durch russischen Beschuss getötet und sechs weitere verletzt worden. Die russischen Truppen hätten auf Charkiw sowie mehrere Dörfer gefeuert, teilte Gebietsgouverneur Oleh Synjehubow am Dienstagabend im Nachrichtenkanal Telegram mit. „Der Feind ist nicht in der Lage, den Widerstand unserer Verteidiger zu brechen. Stattdessen gehen die Besatzer mit Terror vor, in dem sie auf Unbewaffnete feuern.“

In der Stadt Baschtanka im südukrainischen Gebiet Mykolajiw seien bei russischen Raketenangriffen zwei Menschen getötet und drei verletzt worden, teilte die Generalstaatsanwaltschaft mit. In der Gebietshauptstadt Mykolajiw selbst habe es nach Berichten von Augenzeugen heftige Detonationen gegeben, berichteten ukrainische Medien.

Auch aus dem von prorussischen Separatisten kontrollierten Gebiet wurden Opfer gemeldet. Bei ukrainischen Angriffen sei ein etwa 70 Jahre alter Mann im Ort Perwomajsk nahe der Frontlinie getötet worden, teilten Vertreter der selbst ernannten „Volksrepublik Luhansk“ mit. Zehntausende Menschen seien wegen des Beschusses vorübergehend ohne Strom gewesen.

Denise Frommeyer

Lawrow führt in der Türkei Gespräche über Getreideexport aus Ukraine

18:10
07.06.2022
Der russische Außenminister Sergej Lawrow will an diesem Mittwoch seinen türkischen Amtskollegen Mevlüt Cavusoglu zu Gesprächen in Ankara treffen. Dabei soll es Angaben beider Seiten zufolge auch um die Freigabe ukrainischer Getreidelieferungen gehen. Die türkische Regierung sprach vorab bereits von „deutlichen Fortschritten“ in den Gesprächen mit Vertretern Kiews, Moskaus und der Vereinten Nationen. Es hake aber beim Thema Vertrauen.

Russland blockiert im Zuge seines Angriffskrieges ukrainische Häfen. Die Ukraine gehört zu den größten Weizenexporteuren. Experten und Politiker warnen vor einer globalen Nahrungsmittelkrise und vor Hunger in vielen Teilen der Welt. Seit Beginn des Krieges am 24. Februar seien die Weltmarktpreise etwa für Weizen stark gestiegen, und Lebensmittel würden auch knapp.

Vor der Lawrow-Reise bekräftigte Russland einmal mehr, dass Seeminen in den Gewässern vor der Schwarzmeer-Küste entschärft werden müssten, damit der Schiffsverkehr sicher sei. Dabei könnten türkische Experten helfen. Die Ukraine befürchtet allerdings neue Angriffe von der russischen Kriegsmarine. Russland wiederum will verhindern, dass Schiffe verdeckt Kriegsgerät in die Ukraine bringen. Das russische Verteidigungsministerium schlug vor, den Hafen der besetzten ukrainischen Stadt Mariuopol am Asowschen Meer für den Getreideexport zu nutzen.

Denise Frommeyer