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UN: Ukraine-Krieg könnte global 1,4 Milliarden Menschen betreffen

14:41
03.06.2022
Der Krieg in der Ukraine könnte laut den Vereinten Nationen massive globale Auswirkungen haben. Etwa 1,4 Milliarden Menschen könnten von Nahrungsmittelknappheit betroffen sein, wenn Exporte von Getreide aus der Ukraine und Dünger aus Russland weiter ausblieben, sagte Amin Awad, der UN-Krisenkoordinator für die Ukraine, am Freitag bei einer Online-Pressekonferenz der Vereinten Nationen. Es sei deshalb unbedingt notwendig, dass die Handelsrouten über das Schwarze Meer nicht länger blockiert bleiben. „Wenn die Öffnung der Häfen scheitert, wird das Hunger, Destabilisierung und Massenmigration auf der ganzen Welt zur Folge haben“, sagte Awad, der aus Kiew zugeschaltet war.

100 Tage nach Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine sind laut dem UN-Vertreter 15,7 Millionen Menschen in dem Land auf humanitäre Hilfe angewiesen. Fast 14 Millionen sind geflohen und haben innerhalb des Landes oder im Ausland Schutz gesucht.

dpa

Kreml nach 100 Tagen Krieg in Ukraine: Alle Ziele werden erfüllt

13:13
03.06.2022
100 Tage nach Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine hat der Kreml die Fortsetzung der „militärischen Spezialoperation“ bis zum Erreichen aller Ziele betont. Es seien bereits einige Ergebnisse erzielt worden, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Freitag der Agentur Interfax zufolge. Als ein Ziel gilt die komplette Kontrolle über die ukrainischen Gebiete Luhansk und Donezk.

Prorussische Separatisten hatten dort mit Moskaus Hilfe weite Teile der Regionen eingenommen, darunter auch die Großstadt Mariupol am Asowschen Meer. Besetzt halten die russischen Truppen etwa auch die südukrainische Region Cherson. Aus zahlreichen Orten seien ukrainische „nationalistische Elemente“ und „pronazistische Streitkräfte“ verdrängt worden. Die Orte gingen nun zu einem friedlichen Leben über, sagte Peskow.

„Diese Arbeit wird fortgesetzt werden bis zu dem Moment, an dem alle Ziele der militärischen Operation erreicht sind“, so Peskow weiter. In der Ukraine betonten zahlreiche Politiker dagegen, Russland habe in den ersten 100 Kriegstagen nichts als Zerstörung und Tod gebracht. Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte am Vortag erklärt, Russland halte aktuell rund 20 Prozent des ukrainischen Staatsgebiets besetzt.

Henrik Schumacher

Getreidelieferungen Hauptthema bei Moskaus diplomatischen Bemühungen

12:33
03.06.2022
Die blockierten Getreidelieferungen aus der von Russland angegriffenen Ukraine sind nach Angaben aus dem Kreml eins der wichtigsten Themen der diplomatischen Initiative Moskaus in den nächsten Tagen. Kremlsprecher Dmitri Peskow bestätigte am Freitag laut der Nachrichtenagentur Interfax, dass das Thema sowohl beim Treffen von Präsident Wladimir Putin mit seinem Amtskollegen aus Senegal, Macky Sall, als auch bei der Türkei-Reise von Außenminister Sergej Lawrow ganz oben auf der Agenda stehe.

Putin, der am Freitag im russischen Schwarzmeerkurort Sotschi Sall als Vorsitzenden der Afrikanischen Union empfängt, werde „ausreichende Erklärungen seiner Sicht auf die Situation mit dem ukrainischen Getreide geben“ und „unseren afrikanischen Gästen und Freunden die faktische und reale Lage“ darstellen, sagte Peskow.

Die Ukraine ist einer der größten Getreideexporteure weltweit. Der Ausfall der ukrainischen Getreidelieferungen wegen des Kriegs ist gerade für Afrika schmerzhaft. Auf dem Kontinent wird wegen der gestiegenen Lebensmittelpreise eine Hungerkrise befürchtet.

Zugleich bestätigte der Kremlsprecher, dass das Getreidethema auch beim Besuch von Außenminister Sergej Lawrow in Ankara besprochen werden soll. Der russische Chefdiplomat wird am 8. Juni in der Türkei erwartet. „Das Thema der ukrainischen Getreidelieferungen wird natürlich weit oben auf der Agenda stehen“, sagte Peskow.

dpa