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Mehr als 14.000 Ukrainer an Niedersachsens Schulen

11:36
03.06.2022
In Niedersachsen sind mittlerweile mehr als 14.000 Schülerinnen und Schüler aus der Ukraine angemeldet. Das sind rund 2000 mehr als noch vor einer Woche, wie das Kultusministerium am Freitag mitteilte. Der Großteil besucht demnach eine allgemeinbildende Schule, lediglich 490 gehen auf Berufsschulen.

Zur Betreuung der Kriegsflüchtlinge wurden laut Ministerium bisher 200 Personen zusätzlich eingestellt, das entspreche etwa 42 Vollzeiteinheiten. Möglich seien bis zu 100 Vollzeitkräfte. Außerdem hätten sich 290 Ukrainerinnen und Ukrainer über ein Portal als mögliche Lehrkräfte gemeldet.

Geflüchtete Kinder und Jugendliche aus der Ukraine, die ein Aufenthaltsrecht haben, sind in dem Bundesland schulpflichtig. Wer sich mit einem Besuchsvisum oder ohne Visum in Niedersachsen aufhält, ist es hingegen nicht.

dpa

Medien: Russland erhöht im Mai Ölförderung und -export wieder

11:08
03.06.2022
Nach einem deutlichen Einbruch im April sind die Ölförderung in Russland und der Export im Mai einem Medienbericht zufolge wieder angestiegen. „Unter Einberechnung von Gaskondensat hat Russland im Mai 2022 die Ölförderung im Vergleich zum April um fünf Prozent auf 43,1 Millionen Tonnen gesteigert“, berichtet die Moskauer Wirtschaftszeitung „Wedomosti“. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das Ergebnis dennoch einen Rückgang von 2,5 Prozent.

Der Export sei ebenfalls gestiegen, schreibt das Blatt, ohne genaue Zahlenangaben zu machen. Den bislang größten Rückgang bei Produktion und Absatz erlebte die russische Ölindustrie im April, nachdem die USA und Großbritannien wegen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine ein Embargo verhängten. In dieser Woche einigte sich auch die EU auf ein Teilembargo für russisches Öl. Bisher entfiel die Hälfte der russischen Ölexporte auf Europa.

Um die Verluste zumindest teilweise aufzufangen, ist Russland laut dem Zeitungsbericht gerade dabei, seine Exportrouten umzustellen. Der Export nach Indien könnte demnach auf das Rekordniveau von 900.000 Barrel pro Tag ansteigen, heißt es. Auch China könnte angesichts der starken Rabatte, zu den Moskaus Ölkonzerne gezwungen sind, in den nächsten Monaten zusätzlich 400.000 Barrel russisches Öl pro Tag aufkaufen, prognostiziert das Blatt.

Russland macht derzeit keine offiziellen Angaben zu Ölfördermengen. Die Angaben dazu sowie viele andere Statistiken wurden kurz nach Beginn des Krieges vor der Öffentlichkeit verschlossen.

dpa

Sechstes EU-Sanktionspaket gegen Russland beschlossen

10:25
03.06.2022
Die 27 EU-Staaten haben das sechste Sanktionspaket gegen Russland beschlossen. Das teilten die EU-Staaten am Freitag mit. Das Sanktionspaket sieht unter anderem ein weitgehendes Öl-Embargo gegen Russland vor. Außerdem wird unter anderem die größte russische Bank, die Sberbank, aus dem Finanzkommunikationsnetzwerk Swift ausgeschlossen und es werden mehrere russische Nachrichtensender in der EU verboten. Nach dem formellen Beschluss dürften die Sanktionen noch am Freitag im Amtsblatt der EU veröffentlicht werden. Dann sind sie in Kraft.

Der wirtschaftlich besonders relevante Boykott gegen Öllieferungen aus Russland zielt darauf ab, im kommenden Jahr auf dem Seeweg kein Öl mehr in die EU zu lassen. Lediglich Ungarn, die Slowakei und Tschechien dürfen wegen ihrer großen Abhängigkeit noch bis auf Weiteres russisches Öl über die Druschba-Pipeline importieren. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen zufolge wird die EU trotz der Ausnahme für Pipeline-Lieferungen bis Ende des Jahres rund 90 Prozent weniger Öl aus Russland beziehen. Nach Schätzungen der EU-Denkfabrik Bruegel gaben EU-Staaten bis vor Kurzem noch täglich etwa 450 Millionen Euro für Öl aus Russland sowie 400 Millionen für Gas aus Russland aus.

Ungarn setzte zudem durch, dass auf Sanktionen gegen das russisch-orthodoxe Kirchenoberhaupt Patriarch Kirill verzichtet wird. Er sollte eigentlich wegen seiner Unterstützung für den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine auf die Sanktionsliste der EU kommen. Ungarn wollte die Sanktionen, die ein EU-Einreiseverbot und Finanzsperren umfassen, allerdings nicht akzeptieren. Regierungschef Viktor Orban hatte seine Haltung zuletzt „mit der Frage der Glaubensfreiheit ungarischer Religionsgemeinschaften“ begründet. Diese sei „heilig und unveräußerlich“. EU-Diplomaten zufolge waren etliche Staaten extrem verärgert über die erneute Blockade Ungarns.

dpa