Letztes Update:
20220603051355
Kapitel

Donnerstag, 2. Juni

Nato-Generalsekretär sagt erneut langen Krieg in Ukraine voraus

19:33
02.06.2022
Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hat erneut einen langen Krieg in der Ukraine vorausgesagt. „Kriege sind von Natur aus unberechenbar“, sagte Stoltenberg am Donnerstag nach einem Treffen mit US-Präsident Joe Biden und dessen Nationalem Sicherheitsberater, Jake Sullivan, im Weißen Haus in Washington. „Deshalb müssen wir uns einfach auf eine lange Strecke einstellen.“ Der Konflikt sei zu einem Zermürbungskrieg geworden, in dem beide Seiten einen hohen Preis auf dem Schlachtfeld zahlten. Die meisten Kriege endeten am Verhandlungstisch. Das werde vermutlich auch in diesem Fall passieren, sagte Stoltenberg. Die Aufgabe der Nato-Verbündeten sei es, die Ukraine in dem Konflikt zu unterstützen, um den bestmöglichen Ausgang für das Land zu erreichen.

Stoltenberg wollte in Washington auch US-Verteidigungsminister Lloyd Austin treffen. Sein Besuch diente vor allem der Vorbereitung des anstehenden Nato-Gipfels Ende Juni in Madrid.

Henrik Schumacher

Ost-Ausschuss sieht Abwärtstrend für deutsche Firmen in Russland

18:47
02.06.2022
Der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft sieht für deutsche Unternehmen in Russland einen Abwärtstrend, der sich in den kommenden Monaten weiter beschleunigen wird. „Es gibt kaum ein deutsches Unternehmen in Russland, das nicht betroffen wäre“, sagte die stellvertretende Vorsitzende des Ost-Ausschusses, Cathrina Claas-Mühlhäuser, der Deutschen Presse-Agentur.

Viele Unternehmen hätten die Produktion heruntergefahren und prüften jetzt, ob und wie sie Russland verlassen können. „Der Exodus hat mit den gegenseitigen Sanktionen zu tun, mit Logistik- und Finanzierungsproblemen sowie den schwindenden Marktchancen“, sagte Claas-Mühlhäuser. Nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamts sanken etwa die deutschen Exporte nach Russland im April im Vergleich zum Vorjahresmonat um 63,1 Prozent.

„Klar ist: An jedem Tag, den der russische Krieg gegen die Ukraine andauert, ziehen sich weitere internationale Unternehmen vom russischen Markt zurück und die Wirtschaftskrise dort verschärft sich“, sagte Claas-Mühlhäuser. Der Ost-Ausschuss könne nur hoffen, dass in Russland endlich ein Umdenken einsetze.

Denise Frommeyer

Viele Ukraine-Flüchtlinge wollen nicht in Bulgarien bleiben

18:47
02.06.2022
Tausende Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine haben Bulgarien in den vergangenen Tagen verlassen. Ein Grund dafür ist, dass sie nicht aus Hotels am Schwarzen Meer ins Landesinnere umziehen wollten. Die Menschen passierten etwa mit Bussen die Grenze zu Rumänien, um von dort aus entweder weiter nach Westeuropa oder zurück in die Ukraine zu reisen.

Die Zahl der Ukraine-Flüchtlinge im ärmsten EU-Land Bulgarien ging nach offiziellen Angaben vom Donnerstag auf rund 80 600 zurück. Am Montag hatten sich dort noch etwa 90 000 Menschen aus der Ukraine aufgehalten.

Tausende Geflüchtete waren seit Kriegsbeginn Ende Februar kostenlos in Hotels an der bulgarischen Schwarzmeerküste untergebracht. Doch wegen des Starts der Touristensaison in der ersten Juni-Hälfte durften sie in den großen Hotels am Strand nur bis Ende Mai bleiben. Die zuständige Vize-Regierungschefin Kalina Konstantinowa entschuldigte sich am Donnerstag bei den Flüchtlingen wegen beim Umzug entstandener Spannungen.

Henrik Schumacher