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Nach Ernteprognose: Moskau sagt 50 Millionen Tonnen Getreideexport zu

19:40
27.05.2022
Das russische Landwirtschaftsministerium hat die vorläufige Prognose für die Getreideernte bestätigt und zugesagt, bei diesem Ergebnis mindestens 50 Millionen Tonnen Getreide zu exportieren. Derzeit prognostiziere das Ministerium eine Ernte von 130 Millionen Tonnen. Bei diesem Ergebnis „können wir 50 Millionen Tonnen für den Export ausführen“, sagte Vizelandwirtschaftsministerin Oxana Lut laut der Nachrichtenagentur Interfax bei einem Auftritt auf dem russischen Getreideforum am Freitag. Der Export könne sich auch auf mehr als 50 Millionen belaufen, fügte sie hinzu.

Im Gegensatz dazu wird das derzeit geltende Exportverbot für Sonnenblumen über den August hinaus verlängert. Lut begründete dies mit mangelnden Reserven im eigenen Land für die Herstellung von Sonnenblumenöl.

Russland ist wie die Ukraine einer der größten Getreideexporteure weltweit. Der von Russlands Präsident Wladimir Putin befohlene Angriffskrieg gegen das Nachbarland hat auf den Weltmärkten zu einem deutlichen Anziehen der Lebensmittelpreise geführt. Experten befürchten angesichts der blockierten ukrainischen Häfen eine Hungersnot in Teilen der Welt. Moskau hat Vorwürfe zurückgewiesen, darauf zu spekulieren und wirft seinerseits dem Westen vor, durch Sanktionen gegen Russland die Lebensmittelkrise zu verschärfen.

Denise Frommeyer

UEFA: Keine Spiele ukrainischer Teams gegen Mannschaften aus Belarus

19:10
27.05.2022
Mannschaften aus der Ukraine und aus Belarus werden in den Wettbewerben der Europäischen Fußball-Union vorerst nicht gegeneinander spielen. Das UEFA-Exekutivkomitee teilte diesen erweiterten Beschluss am Freitag mit. Anfang März war bereits beschlossen worden, dass in Belarus vorerst keine Partien ausgerichtet werden dürfen und Heimspiele der belarussischen Nationalmannschaft unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden müssen.

„Der heutige Beschluss wurde gefasst, um die reibungslose Durchführung von UEFA-Wettbewerben sicherzustellen, da die Sicherheit der Mannschaften, Offiziellen und weiteren Beteiligten aufgrund des aktuellen bewaffneten Konflikts nicht vollständig gewährleistet werden kann“, teilte die UEFA mit.

Die ehemalige Sowjetrepublik Belarus hat sich bislang nicht aktiv am russisch-ukrainischen Krieg beteiligt. Russische Truppen nutzten das Land allerdings als Aufmarschgebiet für den Angriff. Die Ukraine sieht daher Belarus nicht als neutral an und befürchtet potenziell ein Eingreifen belarussischer Soldaten aufseiten Russlands in den Konflikt.

Denise Frommeyer

Ukraine: Deutschland sollte Gaslieferung durch Nord Stream 1 stoppen

18:34
27.05.2022
Der ukrainische Staatskonzern Naftogaz und der staatliche Netzbetreiber haben an Deutschland appelliert, russische Erdgas-Lieferungen durch die Pipeline Nord Stream 1 einzustellen oder zumindest spürbar zu drosseln. Die Leitung durch die Ostsee sei unter anderem erlaubt worden, um die Gasversorgung Europas zu sichern, sagte Konzernchef Serhij Makohon am Freitag im ukrainischen Fernsehen. „Aber wir sehen, dass Russland diese Prinzipien völlig verletzt.“ Er fordere daher das Bundeswirtschaftsministerium und die Bundesnetzagentur auf, die Lieferungen auszusetzen oder mindestens stark zu begrenzen.

Die 1224 Kilometer lange und 2011 in Betrieb genommene Pipeline, die durch die Ostsee nach Lubmin in Mecklenburg-Vorpommern führt, ist die wichtigste Verbindung für russisches Erdgas nach Deutschland. 2021 wurden Unternehmensangaben zufolge mehr als 59 Milliarden Kubikmeter vom westrussischen Wyborg aus transportiert. Deutschland und andere europäische Länder lehnen einen sofortigen Ausstieg aus russischem Gas aus, weil sie eine Wirtschaftskrise befürchten.

Denise Frommeyer