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Teils dramatischer Rückgang bei Aussaatflächen

10:37
19.05.2022
Die Folgen des Ukraine-Krieges für die globale Nahrungsmittelsicherheit werden immer sichtbarer. Die Vereinten Nationen warnen bereits vor einer globalen Lebensmittelkatastrophe, weil etwa 30 Prozent der ukrainischen Agrarflächen nicht bestellt werden können. Das US-Landwirtschaftsministerium geht bei Weizen dabei von kriegsbedingten Ernteeinbußen von rund einem Drittel aus.

Nach Zahlen aus der Ukraine selbst (Stand 12. Mai) gingen die bestellten Flächen um mehr als 40 Prozent zurück. Dabei fällt der Anbaurückgang nicht bei allen Feldfrüchten so dramatisch aus, wobei auch Unsicherheiten bei den Zahlen mit Blick auf die von Russland besetzten Gebiete bestehen.

Bei Wintergetreide liegen die Aussaatflächen mit 7,6 Millionen Hektar nur um 300 000 Hektar unter denen des Vorjahres. Bei Sommerweizen seien im Vergleich zum Vorjahr mit 187 500 Hektar nur zweieinhalb Prozent weniger Fläche ausgesät worden.

Stärker ist der Rückgang demnach mit 32 Prozent bei der Sommergerste. Ein drastischer Rückgang ist vor allem bei Mais zu verzeichnen. Im Vergleich zum Jahr 2021 ist die Anbaufläche um 40 Prozent auf 3,2 Millionen Hektar geschrumpft. Und den vorliegenden Daten nach ist nur knapp die Hälfte der Vorjahresmenge bei Sonnenblumen ausgebracht worden. Nur 3,3 Millionen Hektar seien mit Sonnenblumen bestellt worden. Bisher war die Ukraine Weltmarktführer beim Export von Sonnenblumenöl.

Henrik Schumacher

Sommerweizen-Anbaufläche nach Beginn des Ukraine-Krieges ausgeweitet

09:52
19.05.2022
Landwirte in Deutschland haben die Anbauflächen für Sommergetreide im Erntejahr 2022 teilweise deutlich ausgeweitet. Die Fläche für Sommerweizen steigt gegenüber dem Vorjahr voraussichtlich um knapp drei Viertel (plus 73,5 Prozent) auf 53.100 Hektar, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte. Bei Sommergerste wird ein Zuwachs um ein Fünftel (plus 20,3 Prozent) auf 358 500 Hektar erwartet. Als mögliche Gründe nannte die Wiesbadener Behörde die Preissteigerungen für Getreide infolge des Ukraine-Krieges. Sommergetreide wird im Frühjahr ausgesät.

Allerdings würden Anbauverschiebungen regelmäßig auftreten, unter anderem witterungsbedingt, zum Beispiel wenn übermäßige Nässe die Aussaat im Herbst erschwere, teilte die Behörde weiter mit. Bei anderen Sommergetreidesorten gab es den Angaben zufolge nur geringe Veränderungen. 

Henrik Schumacher