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Erster Prozess wegen mutmaßlicher Kriegsverbrechen in Ukraine beginnt

15:50
18.05.2022
Knapp drei Monate nach Beginn des russischen Angriffskriegs hat in der ukrainischen Hauptstadt Kiew der erste Prozess wegen mutmaßlicher Kriegsverbrechen begonnen. Der angeklagte 21 Jahre alte Russe habe bereits zu Prozessbeginn seine Schuld gestanden, berichteten örtliche Medien am Mittwoch. Dem Panzersoldaten wird die Ermordung eines 62 Jahre alten Zivilisten im Gebiet Sumy in der Nordostukraine vorgeworfen. Der Prozessauftakt wurde live im Internet übertragen. Dem aus Sibirien stammenden Unteroffizier droht nun bis zu lebenslange Haft.

Russland hatte die Ukraine Ende Februar angegriffen. Kiew wirft der russischen Armee auch gestützt auf Berichte von internationalen Menschenrechtsorganisationen massive Kriegsverbrechen vor. Vor allem nach dem Rückzug der Russen aus den nordwestlich von Kiew gelegenen Vororten Butscha, Irpin, Hostomel und Borodjanka hatten Bilder von offensichtlich Hingerichteten weltweit für Entsetzen gesorgt.

Russland weist den Vorwurf der Kriegsverbrechen grundsätzlich von sich und beschuldigt im Gegenzug die Ukraine, russische Gefangene zu misshandeln und unter Druck zu setzen. Menschenrechtler fordern beide Seiten immer wieder auf, die Rechte der Kriegsgefangenen zu wahren.

Denise Frommeyer

Russland räumt Schwierigkeiten und Fehler im Ukraine-Krieg ein

14:23
18.05.2022
Russland hat in seinem Angriffskrieg gegen die Ukraine Schwierigkeiten und Fehler eingeräumt, aber eine Fortsetzung der Kämpfe angekündigt. „Trotz aller Schwierigkeiten wird die militärische Spezialoperation bis zum Ende fortgeführt“, sagte der stellvertretende Sekretär des nationalen Sicherheitsrates, Raschid Nurgalijew, am Mittwoch. Trotz der Waffenlieferungen des Westens an die Ukraine laufe die Operation weiter. Es würden alle „Aufgaben - darunter die Entmilitarisierung und die Entnazifizierung sowie der Schutz der Donezker und Luhansker Volksrepubliken - komplett umgesetzt“, sagte der frühere Innenminister.

Der Chef der russischen Teilrepublik Tschetschenien im Nordkaukasus, Ramsan Kadyrow, sprach sogar von „Fehlern“ zum Start des am 24. Februar begonnen Krieges gegen die Ukraine. „Am Anfang gab es Fehler, einige Unzulänglichkeiten gab es, aber jetzt läuft alles hundertprozentig nach Plan“, sagte Kadyrow auf einem politischen Forum. Die von Präsident Wladimir Putin gestellten Aufgaben würden in vollem Umfang erfüllt.

Kadyrows Truppen kämpfen demnach in den ostukrainischen Regionen Luhansk und Donezk. Er sagte, dass sich rund 200 weitere Freiwillige für den Einsatz in der Ukraine gemeldet hätten. Die tschetschenischen Kämpfer, die etwa auch in Syrien im Einsatz waren, sind berüchtigt für ihre Brutalität.

Der als Diktator verschriene Kadyrow kritisierte angesichts der westlichen Waffenlieferungen auch die Politik der Zeitenwende von Bundeskanzler Olaf Scholz, der „sich aufführt wie ein Schizophrener“ und nicht wie ein „Staatenlenker“. Am Vortag hatte bei derselben Veranstaltung Russlands Außenminister Sergej Lawrow Deutschland vorgeworfen, unter dem Einfluss der USA zu stehen. „Nachdem die aktuelle Regierung Deutschlands an die Macht kam, hat sie ihre letzten Anzeichen der Selbstständigkeit verloren“, sagte er.

Denise Frommeyer

Kein Ersatz für Russland: Formel 1 bleibt bei 22 Rennen

14:16
18.05.2022
Die Formel 1 verzichtet endgültig auf einen Ersatz für das gestrichene Russland-Rennen. Der WM-Kalender für die laufende Saison werde damit auf 22 Grand Prix reduziert, teilte die Rennserie am Mittwoch mit. Ursprünglich war das Gastspiel in Sotschi für den 25. September vorgesehen. Wegen des russischen Angriffskriegs in der Ukraine sagte die Formel 1 das Rennen jedoch ab und kündigte auch den bereits geschlossenen Vertrag mit St. Petersburg für die nächsten Jahre.

Mit der Entscheidung fällt auch der Rekord von 23 Grand Prix in einer Saison aus. Zwischen dem Auftritt im italienischen Monza am 11. September und dem Nachtrennen in Singapur am 2. Oktober macht die Formel 1 nun drei Wochen Pause.

Nach der Russland-Absage waren zunächst Katar, Portugal und die Türkei als mögliche Ersatzorte im Gespräch. Auch ein zweites Rennen in Singapur wurde diskutiert. Doch wegen der gestiegenen Frachtkosten und der ohnehin hohen Belastung für die Teams durch den anstrengenden Rennkalender fiel nun die Entscheidung gegen ein Ersatzrennen.

Denise Frommeyer