Letztes Update:
20220518141608

Baltenstaaten begrüßen Nato-Beitrittsantrag von Finnland und Schweden

13:59
18.05.2022
Die Regierungschefs der baltischen Staaten haben Finnland und Schweden ihre Unterstützung auf dem Weg zur Nato-Mitgliedschaft versichert. „Wir, die Ministerpräsidenten von Estland, Lettland und Litauen, unterstützen und begrüßen ausdrücklich die historischen Entscheidungen Finnlands und Schwedens, die Nato-Mitgliedschaft zu beantragen“, hieß es am Mittwoch in einer gemeinsamen Erklärung von Kaja Kallas (Estland), Krisjanis Karins (Lettland) und Ingrida Simonyte (Litauen). „Wir werden unser Möglichstes tun, um sicherzustellen, dass dieser Beitrittsprozess schnell und reibungslos verläuft.“

Schweden und Finnland hatten zuvor offiziell die Mitgliedschaft in der Nato beantragt. Botschafter der beiden Nordländer übergaben Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg am Mittwoch in der Brüsseler Bündniszentrale die entsprechenden Dokumente.

„Finnland und Schweden teilen die gleichen Werte, die die Nato-Verbündeten miteinander verbinden“, schrieben die drei baltischen Regierungschefs in der Erklärung weiter. Der Beitritt der beiden Länder werde die kollektive Sicherheit erhöhen und das Verteidigungsbündnis stärken, dessen Rolle angesichts von Russlands Invasion in die Ukraine noch wichtiger geworden sei.

Estland, Lettland und Litauen gehören seit 2004 der Nato und der EU an. Die kleinen Ostseeanrainer grenzen an Russland und teils auch an dessen Verbündeten Belarus.

Denise Frommeyer

Regierungschefin Marin: Nato-Beitritt stärkt Finnland und Bündnis

13:29
18.05.2022
Regierungschefin Sanna Marin wertet einen Beitritt Finnlands zur Nato als Gewinn sowohl für ihr Land als auch für das internationale Bündnis. „Eine Mitgliedschaft in der Nato wird Finnlands Sicherheit verbessern und zugleich auch die Allianz stärken“, sagte sie am Mittwoch nach einem Treffen mit Italiens Ministerpräsident Mario Draghi in Rom. Zugleich unterstrich sie, dass durch einen gemeinsamen Beitritt mit Schweden die Sicherheit und Stabilität im Baltikum und in ganz Nordeuropa gestärkt werde.

Sowohl Marin als auch Draghi äußerten ihre Hoffnung auf ein schnelles Aufnahmeverfahren in die Nordatlantik-Allianz. Zum Zeitpunkt ihrer Aussagen war noch nicht bekannt geworden, dass die Türkei den Beginn der Beitrittsgespräche am Mittwoch zunächst im Nato-Rat blockierte.

Auf eine Reporterfrage, ob Finnland nach einem Beitritt zur Nato beabsichtige, Soldaten und Kriegsgerät an die Grenze zu Russland zu schicken, antwortete die Ministerpräsidentin: „Zum jetzigen Zeitpunkt müssen wir uns auf das Wichtigste konzentrieren.“ Und das sei ein schneller Beitritt zur Nato und ein Zuspruch in den Ländern. Truppenverlegungen an die Grenzen „stehen derzeit nicht zur Debatte“.

Denise Frommeyer