Letztes Update:
20220518112448

Moskau bestellt spanischen Botschafter ein

11:24
18.05.2022
Das russische Außenministerium hat den spanischen Botschafter in Moskau einbestellt. Das Gespräch werde am frühen Nachmittag stattfinden, erklärte der spanische Außenminister José Manuel Albares am Mittwoch vor Journalisten im Parlament in Madrid. Man habe noch keine Informationen, rechne aber damit, dass Russland spanische Diplomaten ausweisen werde, wie das bereits mit Mitarbeitern anderer europäischer Botschaften in Moskau passiert sei, erklärte Albares.

Der Minister räumte ein, man habe bereits seit Wochen mit der Einbestellung von Botschafter Marcos Gómez gerechnet. Schon seit der Ausweisung von 27 Mitarbeitern der russischen Botschaft in Madrid am 5. April erwarte man eine Gegenmaßnahme der russischen Regierung.

Denise Frommeyer

Ministerpräsident Weil: Keine Kontakte zu Russland als SPD-Landeschef

10:49
18.05.2022
Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil war in den vergangenen Jahren nach eigenen Angaben nur als Regierungschef im Austausch mit russischen Unternehmen. In einer von der FDP angestoßenen Befragung zu einer angeblichen „Moskau-Connection“ in Niedersachsen erklärte Weil am Mittwoch im Landtag, entsprechende Kontakte habe er nur im Rahmen seiner Reisen als Ministerpräsident gehabt, jeweils mit Unterstützung der deutschen Botschaft. Zu den besuchten Unternehmen zählten demnach unter anderem der Ölkonzern Lukoil und die Sberbank. Als SPD-Landeschef habe er hingegen „in dieser Hinsicht überhaupt keine Kontakte“ gehabt.

Auf Nachfragen von FDP und CDU, ob dies auch für Gespräche mit Altkanzler Gerhard Schröder gelte, der für russische Energieunternehmen tätig ist, erklärte Weil, diese Kontakte hätten Angelegenheiten der SPD zum Gegenstand gehabt. Er werde nicht zulassen, „dass eine konkurrierende Partei versucht, Ausforschungen über innerparteiliche Diskussionen meiner Partei zu treffen“.

Weil betonte zudem, dass es parteiübergreifend über Jahrzehnte eine große Einigkeit in der deutschen Russlandpolitik gegeben habe. „Wenn wir ehrlich miteinander sind, dann haben mit Ausnahme der Grünen eigentlich alle Parteien, nämlich CDU/CSU, SPD, FDP, vor dem Hintergrund des russischen Überfalls auf die Ukraine Anlass, vor der eigenen Haustüre zu kehren“, sagte er. „Ich glaube persönlich nicht, dass es irgendetwas hilft, wenn man in dieser Situation jetzt so tut, als ob da irgendwelche geheimen Verstrickungen oder sonstige böse Absichten dahinter gestanden hätten.“

Denise Frommeyer