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Russisches Energieunternehmen kündigt Lieferstopp nach Finnland an

18:07
13.05.2022
Ein russisches Unternehmen, das Strom nach Finnland importiert, hat kurzfristig einen Lieferstopp angekündigt. Wie das in Helsinki ansässige Unternehmen Rao Nordic am Freitag mitteilte, kann von Samstag an kein Strom mehr aus Russland in das skandinavische Land fließen.

Hintergrund ist demnach angeblich eine ausgebliebene Zahlung. „Wir sind daher gezwungen, den Stromimport vom 14. Mai an einzustellen“, hieß es in der Mitteilung. Rao Nordic ist nach eigenen Angaben einer der führenden Importeure russischer Elektrizität in die nordischen Länder und gehört zu Inter Rao, Russlands größtem Energiekonzern im Import-Export-Geschäft.

Der Lieferstopp kommt beinahe zeitgleich mit einer erwarteten Entscheidung der Sozialdemokraten in Finnland über einen möglichen Nato-Beitritt des Landes. Die Partei von Ministerpräsidentin Sanna Marin will am Samstag über ihre Haltung zu einem Beitragsantrag für die Militärallianz entscheiden. Marin und der finnische Präsident Sauli Niinistö haben sich bereits ausdrücklich für den Beitritt ausgesprochen. Sollte sich die Partei dieser Meinung anschließen, würde sich eine breite Mehrheit im finnischen Parlament für den Beitritt abzeichnen.

Moskau hatte bereits angekündigt, auf einen möglichen Nato-Beitritt Finnlands „entsprechend zu antworten“. Es gab daher bereits Spekulationen über einen Energie-Lieferstopp. Ob es einen Zusammenhang gibt, war aber zunächst nicht klar.

Für Inter Rao ist Finnland der wichtigste Exportmarkt. 2021 wurden demnach 8,2 Milliarden Kilowattstunden Elektroenergie dorthin verkauft - von ins Ausland verkauften 21,77 Milliarden Kilowattstunden insgesamt. Im April hatte russischen Medien zufolge der finnische Stromnetzbetreiber Fingrid mitgeteilt, wegen der internationalen Lage seine Geschäfte mit Russland zu reduzieren und den Import zu senken.

dpa

Scholz: Werden keinen „Diktatfrieden“ für Ukraine akzeptieren

17:21
13.05.2022
Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat der Ukraine bei der Verteidigung gegen Angriffe Russlands weitere Unterstützung zugesagt. „Revanchismus und Imperialismus dürfen nicht die Wirklichkeit in Europa bestimmen“, sagte Scholz am Freitag in Köln bei der Abschlusskundgebung der SPD zwei Tage vor der Landtagswahl. Russland führe einen „brutalen Angriffskrieg gegen einen unschuldigen Nachbarn, ausschließlich um die eigene Macht zu erweitern und das eigene Territorium zu vergrößern“, sagte Scholz. Der Kanzler wurde mit großem Jubel von den Zuschauern empfangen.

Deutschland werde auch weiter an die Ukraine Waffen liefern, sagte Scholz. Der Kanzler hatte am Freitag erstmals seit Wochen wieder mit Russlands Präsident Wladimir Putin telefoniert. In Russland sei noch nicht verstanden worden, dass Frieden nicht möglich werde, wenn Moskau sich mit militärischer Gewalt ein Stück von der Ukraine nehme, sondern nur „mit einer Verständigung, einer Vereinbarung, einem Friedensschluss zwischen der Ukraine und Russland, der kein Diktatfrieden ist“, sagte Scholz vor etwa 1500 Zuschauern. „Wir werden keinen Diktatfrieden akzeptieren für die Ukraine.“

Scholz wies auf die Folgen des Krieges für die Ukraine hin und zog einen Vergleich zu Deutschland. 77 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs würden in Deutschland immer noch Blindgänger gefunden. Auch Putins Krieg in der Ukraine würden die Bürger „noch 100 Jahre bemerken“. Deutschland sei verpflichtet, der Ukraine zu helfen. Das dürfe aber zu keiner militärischen Konfrontation zwischen der Nato und Russland führen.

dpa