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UN: Allein bei Kiew über 1000 Leichen von Zivilisten geborgen

13:50
12.05.2022
UN-Menschenrechtskommissarin Michelle Bachelet hat "eklatante Menschenrechtsverletzungen" in ehemals russisch kontrollieren Gebieten der Ukraine angeprangert. Allein in der Region Kiew seien mehr als 1000 Leichen von Zivilisten geborgen worden, sagte sie am Donnerstag bei einer Sondersitzung des UN-Menschenrechtsrats in Genf. Es gebe ungesetzliche Tötungen und augenscheinliche Massenhinrichtungen in "schockierendem" Ausmaß.

Ihrem Büro lägen Informationen über 300 solcher Tötungen vor, sagte Bachelet. Sie rechne mit steigenden Zahlen, da weitere Hinweise hinzukämen. Menschen, die Wasser oder Lebensmittel holen oder fliehen wollten, seien offenbar von Scharfschützen und Soldaten erschossen worden. Bachelet berichtete von Vergewaltigungen in Gebieten, die unter der Kontrolle russischer Streitkräfte standen. Ein Dutzend Fälle landesweit sei bestätigt. Viele Opfer, ungeachtet ihres Geschlechts, scheuten sich aus Angst und Scham auszusagen.

Der Großteil getöteter und verletzter Zivilisten in dem Konflikt gehe auf das Konto des Einsatzes von schwerer Artillerie, Raketen und Luftangriffen in Wohngebieten, sagte Bachelet. Wenngleich beide Kriegsparteien solche Vorfälle zu verantworten hätten, seien die meisten Opfer der russischen Armee und verbündeten bewaffneten Gruppen zuzuschreiben.

Weiter seien Hunderte von Schulen und medizinischen Einrichtungen zerstört oder beschädigt worden, so die Menschenrechtskommissarin. Auch mindestens 50 Gebetsstätten von Christen, Juden und Muslimen seien durch die Kämpfe in Mitleidenschaft gezogen worden; mehr als die Hälfte sei nicht mehr benutzbar.

Bachelet sagte, ihr Büro überprüfe weiterhin Vorwürfe von Menschen- und Völkerrechtsverletzungen. Viele davon könnten Kriegsverbrechen darstellen, erklärte sie

KNA