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Russland und Belarus beim Gedenken in Bergen-Belsen nicht erwünscht

05:52
06.05.2022
Das Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus soll am 8. Mai im ehemaligen Konzentrationslager Bergen-Belsen ohne Vertreter aus Russland und Belarus stattfinden. Die politischen Vertretungen beider Länder seien gebeten worden, in diesem Jahr keine Kränze oder Besucher zu schicken, um zu verhindern, dass die Opfer mit aktuellen politischen Äußerungen zum Ukraine-Krieg instrumentalisiert werden, sagte eine Sprecherin der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten.

Stattdessen würden die Organisatoren selbst Kränze mit weißen Schleifen für die russischen und belarussischen Opfer niederlegen. Alle anderen Botschaften und Konsulate seien hingegen ausdrücklich eingeladen, sich auch mit einem Kranz am Gedenken zu beteiligen.

Belarus habe die Aufforderung der Veranstalter bedauert, sagte die Sprecherin. Man finde sie falsch und hoffe, in Zukunft wieder gemeinsam gedenken zu können. Von russischer Seite habe es indes keine Reaktion auf die Bitte gegeben.

Die Opfer aus der früheren Sowjetunion sollen bei dem Gedenken am Sonntag diesmal besonders im Fokus stehen, „da ihre Nachkommen in verschiedenen souveränen Staaten sich derzeit im Krieg miteinander befinden“, wie es in der Ankündigung der Veranstaltung heißt.

dpa

Selenskyj bekräftigt Forderung nach Marshall-Plan für die Ukraine

05:19
06.05.2022
Ungeachtet der massiven finanziellen Unterstützung des Westens für die Ukraine hält Präsident Wolodymyr Selenskyj an seinen Gedanken über eine Art Marshall-Plan für sein Land nach dem Krieg fest. Die internationale Geberkonferenz in Warschau, die wenige Stunden zuvor etwas über sechs Milliarden Euro Unterstützung für Kiew zusammengebracht hatte, sei „ein Element unseres Schutzes, ein Element des Schutzes für ganz Europa“, sagte Selenskyj in der Nacht zum Freitag in seiner täglichen Videoansprache. Das Schicksal der Ukraine und Europas entscheide sich jetzt „nicht nur auf dem Schlachtfeld“, sondern auch im wirtschaftlichen Bereich, beim Wiederaufbau der Ukraine nach dem Krieg.

Die in Warschau zugesagten Milliarden seien jedoch „nur ein Teil dessen, was wirklich notwendig ist, um das normale Leben in dem gesamten Gebiet wiederherzustellen, in das Russland den Krieg gebracht hat“. Dafür sei eine noch stärkere Beteiligung der freien Welt und internationaler Institutionen erforderlich. „Deshalb brauchen wir ein modernes Analogon des Marshall-Plans für die Ukraine.“

Mit dem Marshall-Plan, benannt nach dem damaligen US-Außenminister George Marshall, hatten die USA in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg den Wiederaufbau in Westeuropa mit Milliardensummen unterstützt. Insgesamt wurden damals knapp 14 Milliarden US-Dollar an europäische Länder ausgeschüttet - nach heutigem Wert geschätzt 140 Milliarden Dollar (rund 132,7 Mrd Euro).

Selenskyj setzte große Hoffnungen in die neu eingerichtete Website United24, über die Spenden für die Ukraine eingezahlt werden können. „Denn die Ukraine braucht monatlich bis zu 7 Milliarden Dollar, um das Staatshaushaltsdefizit zu decken“, sagte er. Insgesamt seien bereits über 600 Milliarden US-Dollar für den Wiederaufbau der durch die russische Armee zerstörten Infrastruktur ausgegeben worden. „Stellen Sie sich dieses Ausmaß vor!“

dpa